Die Befreier
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Am 29.April 1945 wurde das Kriegsgefangenenlager von britischen Truppen befreit. Der Befreiung voraus gingen heftige Gefechte mit Soldaten der 15. Panzergrenadier- Division. Aus unserer heutigen Sicht ist es unverständlich, weshalb es noch zu diesen für beide Seiten verlustreichen Kämpfen, auch unter der Zivilbevölkerung, kommen musste. Deutschland war schon größtenteils besetzt. Eine endgültige Niederlage war nur noch eine Frage von Tagen. Diese hoffnungslose Lage war dem Befehlshaber des Lagers jedenfalls schon einige Tage zuvor klar, denn er vereinbarte mit einigen Kriegsgefangenen unter Führung des Franzosen Colonel Albert die Übergabe des Lagers an die Gefangenen.
Am 21. April überbrachten ein englischer und ein französischer Gefangener den Stab der vor Zeven liegenden Guards Armoured Division ein Hilfeersuchen des Colonel Albert. Daraufhin wurden zwei britische Panzereinheiten in Marsch gesetzt. Nachdem Selsingen eingenommen worden war, stießen die Soldaten nördlich von Selsingen auf harten Widerstand der deutschen Grenadiere. Am 28.4. erreichten die Einheiten schließlich die Oste bei Sandbostel. Nach heftigen Kämpfen mit Einheiten der 15. Panzergrenadier- Division wurde schließlich das Lager am 29.4.45 befreit.
Der Kriegsgefangene Audet dazu:
" Der Lagerkommandant (...) hat auf Bitten unseres Vertrauensmannes die SS aufgefordert, sich auf die im Abkommen vorgesehene Entfernung vom Lager und vom Lazarett zurückzuziehen. Die SS hat geantwortet, dass der Krieg überall stattfinde und dass sie sogar im Lager kämpfen würden, wenn erforderlich. Es war während dieser letzten Kämpfe, dass ich sah, wie sich die SS-Männer mit einem Maschinengewehr hinter einem Rotkreuzschild zwischen Lager und Lazarett versteckten und von dort auf die heranstürmenden Engländer zielten.
Sie hielten sich auch am Lagerzaun auf, wohl wissend, dass die englischen Truppen nicht auf das Lager schießen würden, und sie veranlassten die Turmwachen, ihre Maschinengewehre zu drehen und gegen die Briten zu richten, was strengstens untersagt war.
Ein Wachmann auf einem Turm im hinteren mittleren Teil des Lagers wollte nicht gehorchen. Ich beobachtete aus einem Fenster der Theaterbaracke, das den Blick auf dem Turm freigab, wie ein SS-Mann hinaufstieg, den Wachmann mit einem Revolverschuss tötete und seinen Platz einnahm, um auf die Engländer anzulegen".

 

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