"Kuhle Wampe" gedenkt der Opfer des Faschismus
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„Keine Chance dem braunen Terror“
Motorradfreunde aus ganz Deutschland legen Kranz in Sandbostel nieder

Von Harm Zimmering (Bremervörder Zeitung)

 
 

Sandbostel. Während die jahrelange Kontroverse um die Errichtung einer Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in Sandbostel jetzt durch die Vermittlung von Hans-Wilhelm Hastedt und Horst Rademacher einer gemeinsamen Lösung entgegenzustreben scheint, rückten die Auseinandersetzungen durch aggressive überregionale Berichterstattung auch bundesweit in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Am vergangenen Sonnabend legten vor der Lagerkirche rund 50 Motorradfahrer aus der ganzen Bundesrepublik einen Kranz nieder.

„Wir sind durch einen Artikel in der ,Morgenpost" auf die Diskussionen um eine Gedenkstätte in Sandbostel aufmerksam gemacht worden", erläutert der 38-jährige Ole diese ungewöhnliche Aktion: Spontan haben sich rund 50 Mitglieder des Motorradclubs „Kuhle Wampe“ entschlossen, ihre Solidarität mit den Befürwortern einer Gedenkstätte durch eine Kranzniederlegung vor der Lagerkirche zu bekunden. Karl-Heinz Buck von der Dokumentationsstätte Sandbostel empfing die Freunde PS-starker Feuerstühle und informierte sie über die Geschichte des Lagers und den Stand der Dinge in Sachen Gedenkstätte. Die Motorradfreaks kommen unter anderem aus Hamburg, Lübeck, Frankfurt/M, Leipzig und Mainz. Der große Konvoi mit Yamahas, BMWs und Suzukis hält vor der Lagerkirche. Am Beiwagen eines 850er „Moto Guzzi" prangt ein großer Kranz, dessen Bänder haben die Aufschrift „Jeder Tote ist einer zu viel. Im Gedenken an die Opfer des Naziterrors. MC Kuhle Wampe“. Der Motorradclub ist ein bundesweiter Verband von rund 60 Clubs mit etwa 600 Mitgliedern. Sie sehen sich nicht als „rasende Rowdys“, sondern dokumentieren mit vielen regelmäßigen Aktivitäten, dass sie durchaus „über den Tacho hinaus denken“. So engagiert sich der „MC Kuhle Wampe“ zum Beispiel mit antifaschistischen Aktionen im „Kampf gegen den braunen Terror“. Der „MC Kuhle Wampe" wurde vor rund 30 Jahren gegründet. Die Frauen und Männer sind politisch interessiert und praktizieren laut eigenen Angaben ein „solidarisches Miteinander“. Der Name rekrutiert aus einem Bertholt- Brecht-Film über eine ehemalige Berliner Laubenkolonie aus den 20er Jahren, der das Leben von Arbeitern und Arbeitslosen schildert.„Sandbostel gehörte zu den größten Kriegsgefangenenlagern in Deutschland“, erläuterte Karl- Heinz Buck den Motorradfreunden, die sich an der Geschichte des ehemaligen Lagers äußerst interessiert zeigten und sich sehr detailliert informieren ließen. Buck betonte nachdrücklich die große Zuversicht, die man an die derzeit laufenden Gespräche um eine gemeinsame Lösung zur Errichtung einer Gedenkstätte knüpfe. Die Aktion wurde von Gleichgesinnten begleitet. So reisten zum Beispiel die Pensionäre Inge und Rolf Reerink aus Bremen mit ihrem Pkw an. Sie wollten sich mit dieser Kampagne der Motorradfreunde solidarisch zeigen, an der auch ihre Tochter Charlotte aus Berlin teilnahm. Ihren Kranz legten die „Kuhlen Wampen" vor dem Gedenkstein neben der Lagerkirche nieder und drückten ihre Hoffnung aus, dass „Dummheit, Gewalt und Ignoranz" des Naziregimes sich niemals wiederholen möge.

 
     
 
Eine Aufsehen erregende Aktion von Motorradfeunden aus ganz Deutschland: Der "MC Kuhle Wampe" besuchte das ehemalige Kriegsgefangenenlager in Sandbostel
 
Die Motorradfreaks legen ihren Kranz vor der Lagerkirche nieder:"Dummheit, Gewalt und Ignoranz des Naziregimes dürfen sich nie wiederholen".
 
         

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