Unesco Weltkulturerbe
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Bremervörder Zeitung vom 9. Juli 2004
Lager-Überreste sollen Weltkulturerbe werden
Gedenkstättenverein schreibt an UNESCO-Kommission
 

Bremervörde (ts). Der Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel möchte die Überreste des Kriegsgefangenen-und KZ-Auffanglagers Sandbostel in die Liste des Weltkulturerbes aufnehmen lassen. Mit einem entsprechenden Brief wandte sich der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Dr. Klaus Volland, an Minister Walter Hirche, der Präsident der Deutschen Unesco-Kommission ist.
Der Verein bittet Hirche, sich dafür einzusetzen, dass das UNESCO-Welterbekomitee die Überreste des Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Sandbostel in seine Liste des Weltkulturerbes aufnimmt.
Als Begründung schreibt Dr. Volland in seinem Brief: „Bei den Überresten dieses in der Nähe von Bremervörde gelegenen Lagers handelt es sich nach Ansicht von Persönlichkeiten wie dem Historiker Prof. Dr. Lutz Niethammer von der Universität Jena, dem Landesarchäologen Dr. Henning Haßmann, dem Schriftsteller und Publizisten Ralph Giordano oder dem Weltfriedenspreisträger und Retter des Hamburger Mahnmals St. Nikola, Ivar Buterfas, um einen Ort von internationaler und weltgeschichtlicher Bedeutung, der die für die Aufnahme in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes erforderlichen Kriterien 'Einzigartigkeit' und 'Authentizität' erfüllt."
Nirgendwo sonst in Deutschland und wahrscheinlich in ganz Europa ist bis heute ein solch umfangreiches Ensemble von 25 Gebäuden eines deutschen Kriegsgefangenenlagers (in dem sich zwischen 1939 und 1945 insgesamt über eine Million Gefangene aus an die 70 Nationen aufgehalten haben) in seiner Grundstruktur und mit einer weitgehend authentischen Bausubstanz erhalten geblieben. Die Landesregierung hat diese Überreste 1992 unter Denkmalschutz gestellt und lässt derzeit ihren aktuellen Zustand von einem Hannoveraner Architekturbüro untersuchen.
Ein viel beachteter Bericht des niederländischen Fernsehens hat auf den dramatischen Verfallszustand zahlreicher Baracken des Lagers Sandbostel aufmerksam gemacht. Einige Zuschauer hatten daraufhin angeregt, die Überreste dieses Lagers durch die Aufnahme in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes vor der weiteren Zerstörung zu bewahren. „Wir schließen uns diesem Vorschlag an: Es handelt sich hier um einen einzigartigen Schatz, der im Interesse der historischen Erinnerung und der Aufklärung der kommenden Generationen unbedingt gerettet werden muss", schreibt Dr. Volland an Hirche.

 

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