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Hier veröffentlichen wir Zeitungsartikel die sich mit der Einrichtung einer Gedenk- und/oder Dokumentationsstätte in Sandbostel befassen.
Presseartikel über die internationale Konferenz in Hamburg vom 12. Juli 2004 finden Sie hier.

Bremervörder Zeitung 21. November 2005

1.200 Euro für die Stiftung „Lager Sandbostel“

Sozialausschuss der Samtgemeinde Selsingen unterstützt Finanzierung der geplanten Gedenkstätte

 

Selsingen (zz/lh). Um die Anschubfinanzierung für die Stiftung Lager Sandbostel“ zu unterstützen, hat der Sozialausschuss der Samtgemeinde Selsingen jetzt einstimmig empfohlen, 1.200 Euro bereitzustellen.

Der Vorsitzende der Lagerstiftung, Hermann Luttmann, hatte die Samtgemeinde Selsingen angeschrieben und um einen Zuschuss gebeten. Die Stiftung habe inzwischen ein Grundstück auf dem ehemaligen Lagergelände erworben. „Für das nächste Jahr stehen vordringlich zum einen Sicherungsmaßnahmen für die denkmalgeschützten Gebäude und zum anderen die Erarbeitung eines Konzeptes für die zukünftige Gedenkstättenarbeit an“, erläuterte der Erste Kreisrat. Die Zinserträge des Stiftungskapitals reichen seinen Worten zufolge gegenwärtig „in keiner Weise aus, um die Aufgaben der Stiftung zu finanzieren“. Daher stellte er einen Zuschussantrag in Höhe von 2.500 Euro an die Samtgemeinde. Selsingens Verwaltungs-Chef Werner Borchers erläuterte den Ausschussmitgliedern, dass es um die Anschubfinanzierung für die Lagerstiftung gehe, damit sie überhaupt arbeiten könne. Beim Landkreis habe die Stiftung 5.000 Euro beantragt und erhoffe sich einen Zuschuss in gleicher Höhe von den Kommunen aus der Samtgemeinde Selsingen.Um die Last der Kosten auf breitere Schultern zu verteilen, schlug Werner Borchers vor, dass die Samtgemeinde der Stiftung 1.200 Euro zukommen lässt. 500 Euro könne die Gemeinde Sandbostel, weitere 500 Euro die Gemeinde Selsingen zahlen. Und wenn die sechs weiteren Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Selsingen jeweils 200 Euro zahlten, so Borchers, stünden weitere 1.200 Euro für die Lagerstiftung zur Verfügung - insgesamt 3.400 Euro aus dem Bereich der Samtgemeinde Selsingen. 1.600 Euro könnten von Gemeinden außerhalb der Samtgemeinde aufgebracht werden, so sein Vorschlag. Diese Verteilung „tut niemandem weh“, urteilte Werner Borchers. „Wichtig ist, dass der kommunale Anteil zusammenkommt, damit sich der Landkreis nicht zurückzieht.“ Thea Tomforde aus Anderlingen befürwortete dieses Vorgehen im Namen der CDU-Fraktion. Ihr Parteifreund Dr. Hein-Arne zum Felde fragte, ob diese Beteiligung ausreicht. Sollte es zu einem „ständigen Zuschuss“ für die Lagerstiftung kommen, meldete er „erhebliche Bedenken“ an. Karsten Schröder aus Rhade (CDU) befand, die Aufteilung des Zuschusses auf die Gemeinden „kann man akzeptieren“. Gleichwohl hätte auch er „Probleme“, wenn es ständig weitere Forderungen geben sollte. SPD-Ausschussvorsitzende Gerda Brinkmann aus Malstedt versicherte: „Ich könnte mich mit dem Vorschlag von Werner Borchers einverstanden erklären.“ So stimmte der Ausschuss einstimmig für einen Zuschuss in Höhe von 1.200 Euro für die Stiftung.

 

Bremervörder Zeitung 19. November 2005

Gnarrenburger Tradition in Frage gestellt?

Von Thomas Schmidt

 

Es gibt sie immer noch, die unsäglichen, längst überwunden geglaubten Gräben, die den verantwortungsvollen Umgang mit der Geschichte in Bremervörde, Gnarrenburg und Selsingen so sehr erschweren. In der jüngsten Sitzung des Gnarrenburger Jugendausschusses taten sich drei von sieben Ausschussmitgliedern überraschend schwer damit, die über jeden Zweifel erhabene „ Stiftung Lager Sandbostel“, die sich der Aufarbeitung des dunkelsten Teils der Heimatgeschichte verschrieben hat, mit drei Hundert-Euro-Scheinen zu unterstützen. Das ist besonders bitter für jene Gnarrenburger, die sich bislang quer durch die Parteien zu einem verantwortwortungsvollen Umgang mit der Geschichte bekannt haben. Dabei hat das Geschichtsbewusstsein in der Moorgemeinde eine gute Tradition - seit Gnarrenburg 1995 auf Antrag der SPD-Fraktion Mitglied im Gedenkstättenverein wurde. Gnarrenburgs Bü- rgermeister Ernst Bayer (CDU) wirkte zeitweise als Kassenprüfer im Gedenkstättenverein mit. Und der CDU-Fraktionchef im Gnarrenburger Rat, Detlef Cordes, ist sogar im Vorstand des Gedenkstättenvereins tätig. Wer jetzt das Fehlverhalten von Ivar Buterfas instrumentalisiert, der das Gedenkstättenprojekt vorangetrieben hat wie kaum ein anderer, handelt unredlich: Der muss sich fragen lassen, ob er nicht allzu dankbar ist, um alte Rechnungen begleichen und den Gedenkstättenverein oder gar die Stiftung diskrditieren zu können. Bitter ist das knappe Abstimmungsergebnis auch für die Stiftung selber, die nach allerschwersten Geburtswehen auf dem denkbar breitesten gesellschaftlichen Konsens aufgebaut wurde. Bleibt zu hoffen, dass dieser Konsens nicht ebenso wackelig ist, wie das Abstimmungsergebnis im Gnarrenburger Jugendausschuss.

 

Bremervörder Zeitung 19. November 2005

300 Euro mit großer Symbolkraft

Nur mit knapper Mehrheit: Jugendausschuss tat sich schwer mit Unterstützung der Sandbostel-Stiftung

Von Thomas Schmidt

 

Gnarrenburg. Wer gedacht hatte, die Unterstützung der auf einer breiten gesellschaftlichen Basis stehenden Stiftung Lager Sandbostel“ sei ein Selbstgänger, sah sich am Donnerstag im Rathaus Gnarrenburg getäuscht. Nur mit einer knappen Mehrheit konnte sich der Jugendausschuss dazu durchringen, die Stiftung mit 300 Euro zu unterstützen. Die Stiftung, an der unter anderem das Land Niedersachsen, der Kreis Rotenburg, die Gemeinde Sandbostel, der Gedenkstättenverein sowie die Kirchengemeinde und die Samtgeinde Selsingen beteiligt sind, hatte einen entsprechenden Antrag gestellt.

Die Befürworter des Antrags, zu denen neben dem Ausschussvorsitzenden Johann Bargmann (CDU), Detlef Cordes (CDU), Volker Kullik und Hans-Dieter Bunk (beide SPD) gehörten, zeigen sich nach der Sitzung enttäuscht über das Abstimmungsverhalten. Schließlich war die Gemeinde Gnarrenburg 1995 die erste Kommune, die Mitglied im Gedenkstättenverein wurde.

„Bei den 300 Euro geht es darum, zu zeigen, wie die Gemeinde zur eigenen Geschichte steht“. begründete Volker Kullik sein Abstimmungsverhalten und nahm die Ausschusskollegen in die Pflicht. „Unsere Gemeinde hat eine Verantwortung vor der Regionalgeschichte“, sagte Kullik. Er erinnerte daran, dass die vom Tode gezeichneten Gefangenen durch Fahrendorf zogen. „Die Schule wurde abgedunkelt, damit die Kinder das Elend nicht sehen.“ Udo Poppe (CDU-Fraktion) teilte Kulliks Einschätzung nicht. Er selber arbeite im Gewerbegebiet Sandbostel, wo insgesamt zwölf Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden: „Da wird das Thema ganz anders gesehen.“ Außerdem sei jetzt auch herausgekommen, dass Ivar Buterfas, der ja maßgeblich das Thema Sandbostel vorangetrieben habe, „nicht redlich“ sei, zitierte Poppe die Hamburger Morgenpost (siehe Bericht unten).„Wir brauchen das Geld an anderer Stelle dringender. „Außerdem sind die Folgekosten nicht absehbar“, sagte Poppe und fand mit dieser Meinung die Unterstützung bei Ausschussmitgliedern der anderen Fraktion: Rolf Dammann und Hans-Günter Lorenz. „Wenn wir die Krebsfürsorge nicht unterstützen, sehe ich nicht ein, warum wir die Stiftung unterstützen sollen“, sagte Dam­ mann. Er möchte das Geld lieber in der Jugendarbeit einsetzen und verwies auf den Friedhof Sandbostel. „Der Friedhof reicht. Wer das Thema da nicht begreift, der begreift es woanders auch nicht.“ Das CDU-Ausschussmitglied Detlef Cordes, der auch im Vorstand des Gedenkstättenvereins mitwirkt, wies vor allem die Meinung seines Fraktionskollegen Poppe zurück. „Auch wenn wir hier nebeneinander sitzen, kann ich Deine Meinung nicht teilen.“ Die Affäre Buterfas, so Detlef Cordes, habe rein gar nichts mit der Stiftung zu tun, an der das Land, der Kreis, die Kirche und andere Institutionen beteiligt seien. Und bei der Stiftung gehe es nicht um Polemik, sondern vor allem um eines: „Die Aufarbeitung unserer unsäglichen Geschichte mit einer richtigen denkmalpflege- rischen Konzeption.“

 

Die Welt 3. November 2005

Geflickte Schuhe bezeugen Leid im Lager Sandbostel

Von Dieter Sell

 

Bremen - Im Gewächshaus von Karl-Heinz Buck türmen sich die Fundstücke. Verrostete Stahlhelme, Kochgeschirr und Porzellan legen Zeugnis ab von einer mörderischen Vergangenheit. Buck hat sie bei laufenden Ausgrabungen auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers Sandbostel bei Bremen geborgen. Sie gehören zum Grundstock für eine Gedenkstätte, die am historischen Ort des „Stalag X B“ geplant ist und die es so kein zweites Mal in Deutschland gibt.

Die Zahl der Opfer in Sandbostel bewegt sich je nach Schätzung zwischen 8000 und 50 000. Genauere Hinweise gibt es nicht. Was in Konzentrationslagern wie Bergen-Belsen passiert sei, habe hier nicht aufgehört, sagt Buck, der stellvertretender Vorsitzender der „Stiftung Sandbostel“ ist. Nirgendwo gebe es noch so viele Gebäude, die einen Eindruck von der Situation in einem Gefangenenlager vermittelten. Über Jahrzehnte wurde um eine Gedenkstätte an diesem Ort gerungen. 1974 entstand auf dem Areal mit seinen mehr als 20 erhaltenen Baracken zunächst ein Gewerbegebiet. Zwar werden die meisten der ehemaligen Gefangenen-Baracken immer noch gewerblich genutzt. Doch nach Gründung der Stiftung im vergangenen Jahr konnten einige der denkmalgeschützten Gebäude auf einem 2,8 Hektar großen Grundstück gekauft und der Streit beendet werden.

Aus dem Boden bergen Buck und andere nun mit Draht geflickte Schuhe und verbeulte „Henkelmänner“. Es sind Indizien über die Not von Kriegsgefangenen, Internierten und KZ-Häftlingen. Im tristen Moor von Sandbostel waren nach Schätzungen von Experten zwischen 1939 und 1945 etwa eine Million Menschen aus 46 Nationen gefangen, viele starben an Hunger und Seuchen. „Schuhe und Eßgeschirr waren überlebenswichtig und wurden wei­ tergereicht, wenn jemand gestorben ist“, sagt Buck.

Nach ersten Ideen könnte die steinerne Küche der russischen Kriegsgefangenen als Gedenkstätte mit Archiv, Ausstellungs­ und Vortragsraum hergerichtet werden. „Derzeit ist ein Masterplan für das Gelände in Arbeit“, sagt Pastor Peter Handrich, der als Beauftragter der hannoverschen evangelischen Landeskirche zum Stiftungsvorstand gehört und eine „spirituelle Zelle“ auf dem Lagergelände plant. Menschen könnten an diesem Ort „ausgehend von den Ereignissen; die im Krieg stattgefunden haben, über die Gegenwart, das eigene Leben und ihre Zukunft nach­ denken“ . Noch sucht Handrich einen endgültigen Namen für das Projekt. Das Interesse an Sandbostel jedenfalls wächst.

 

Zevener Zeitung 26. August 2005
Grundstücksverkauf noch im August

Stiftung erwirbt 2,8 Hektar großes Areal auf dem Lagergelände


Sandbostel (oer). Die Mitglieder der Stiftung Lager Sandbostel“ stehen in den Startlöchern. Wie Vorstandsmitglied Karl-Heinz Buck gegenüber der ZZ mitteilt, soll der Kauf eines 2,8 Hektar großen Areals noch im August über die Bühne gehen. Dann beginnt die inhaltliche Arbeit.

Mit der vom Gedenkstättenverein entwickelten Vorlage bestehe schon so etwas wie ein Grundgerüst, schildert Buck. Ein konkretes Konzept darüber, wie die Gedenkstätte auf dem ehemaligen Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager einmal aussehen wird, liege aber noch nicht vor. Damit beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe, in der Vertreter der an der Stiftung beteiligten Gruppen mitwirken. Sobald der Kaufvertrag unter Dach und Fach ist, will die Arbeitsgruppe richtig loslegen. „Ich hoffe, dass das Konzept noch im Herbst steht“, zeigt sich Karl- Heinz Buck optimistisch. Grob ist vorgesehen, Räume für Ausstellungen und für ein Archiv herzurichten. Darüber hinaus solle in Sandbostel eine Begegnungsstätte gerade für jüngere Menschen entstehen. Die Besucher sollen sich an authentischer Stätte ein Bild von dem Lager machen können, in dem bis 1945 Tausende starben. Aber auch die Nutzung des Geländes nach der Befreiung durch britische Soldaten soll in der Doku- mentations- und Gedenkstätte dargestellt werden.

Vor Verfall retten

Neben der Planung wird die wichtigste Aufgabe der Stiftung laut Buck darin bestehen, die noch vorhandenen Lagerbaracken vor dem weiteren Verfall zu retten. Offen ist, ob die Dokumentations­ und Gedenkstätte später in einer dieser Unterkünfte eingerichtet wird. Eine nicht nur bauliche Frage, wie Vorstandsmitglied Buck anmerkt. Er verweist auf Erfahrungen aus Neuengamme, wo sich einstige Opfer geweigert hätten eine ehemalige SS-Unterkunft zu betreten. Auch so etwas müsse bei der Erarbeitung eines Konzepts bedacht werden. Buck setzt hier auf die fachliche Beratung vom wissenschaftlichen Beirat der Stiftung. Eine Option besteht daher darin, ein neues Gebäude für die Dokumentations- und Gedenkstätte zu errichten. Das könne sogar günstiger sein als die Nutzung der unter Denkmalschutz stehenden Baracken, erläutert Buck. In jedem Fall benötigt die Stiftung Geld, um ihr Konzept umsetzen zu können. Neben der inhaltlichen Planung geht es in den nächsten Wochen und Monaten somit vor allem auch darum, die erforderlichen Mittel einzuwerben. Sponsoren werden gesucht, die öffentlichen Stellen an ihre finanziellen Zusagen erinnert.

Daneben sollen möglichst bald erste Ausstellungen auf dem Gelände zu sehen sein, so die Vorstellungen der Stiftung. Denkbar wäre, einige der Fundstücke zu zeigen, die in jüngster Zeit ausgegraben wurden und von denen noch viele unter der Erde vermutet werden. Flaschen, Schuhe und sogar eine Fußprothese kamen ans Tageslicht. Außerdem viele alte „Henkelbecher“. Die Lagerinsassen haben ihr Essgeschirr oft verziert und mit ihrem Namen versehen, beschreibt das Stiftungsmitglied. Eine Ausstellung von Dokumenten über das Lager kann er sich in absehbarer Zeit ebenfalls vorstellen. Das wäre zwar erst einmal ein Provisorium, räumt Buck ein. „Aber die Leute vor Ort wollen etwas sehen und nicht erst ein oder zwei Jahre warten.“


Bremervörder Zeitung 23. April 2005

Gedenkstätte auf richtigem Weg!

Liebe Leserinnen und Leser, nachdem sich alle Beteiligten der unsäglich langen und quälenden Debatten um das Gefangenenlager Sandbostel im letzten Jahr erfreulicherweise zu gemeinsamen Aktivitäten zusammengefunden hatten, nehmen die Planungen weiter Gestalt an. Ich bin sehr froh, dass die Einigung vor Ort gelungen ist und ich bin der festen Überzeugung, dass es so lange Jahre nach der Befreiung des Lagers nun gelingen wird, eine würdige und angemessene Gedenkstätte entstehen zu lassen. Zurzeit geht es um den Grunderwerb der notwendigen Flächen und Gebäude und um die ersten gestalterischen und inhaltlichen Konzepte. Hier halte ich es für außerordentlich wichtig, dass die Beteiligten vor Ort in Ruhe für sich arbeiten können. Zu viele gut gemeinte Ratschläge und Hinweise haben die Organisatoren schon gehört; meistens war wenig tatsächlich Umsetzbares dabei. Jetzt geht es darum, dass tatsächlich Machbare schnell zu verwirklichen. Dazu gehört eine solide finanzielle Basis, die in Zeiten knappster Kassen auch - und wahrscheinlich sogar am aller meisten - durch Spenden aufgebracht werden muss. Die wenigen noch lebenden ehemaligen Lagerinsassen müssen schnell zu Wort kommen. Auch die Einwohner der Region Sandbostel/Selsingen sind aufgerufen, ihre Erlebnisse und Erfahrungen einzubringen. Ich weiß aus Gesprächen, dass auch viele Ortsansässige zutiefst verstört waren über die Zustände in diesem Lager. Der Vorsitzende der Stiftung, Hermann Luttmann, hat eine große Aufgabe zu bewältigen und ist auf die Unterstützung vieler Helferinnen und Helfer angewiesen. Hilfreich hierbei ist das Engagement der Gemeinde Sandbostel und der evangelischen Kirche.

Wir alle wollen, dass es eine zukunftsfähige Gedenkstätte wird, die nicht nur die Schrecken der Vergangenheit dokumentiert, sondern auch und gerade für viele Menschen eine vorausblickende und konstruktive Versöhnungs- und Friedensarbeit leisten kann. Alle Beteiligten sind guten Willens und engagiert. Eine Entwicklung, auf die ich stolz bin.

Hans-Heinrich Ehlen , (CDU), Landesminister und Mitglied des Landtages.  


Bremervörder Anzeiger 20. Februar 2005

Noch keine Einigung über Grundstückskauf

Stiftung Lager Sandbostel richtet Gedenkfeier aus

Sandbostel (jb). Bislang haben die Kaufverhandlungen zwischen der Stiftung Lager Sandbostel und den Eigentümern der Grundstücke im ehemaligen Kriegsgefangenenlager kein konkretes Ergebnis gebracht. „Ob wir unsere Wunschvorstel lungen beim Grundstückskauf tatsächlich verwirklichen können, steht noch nicht fest“, teilt der Kuratoriumsvorsitzende Clement Poppe der Presse mit. „Wir würden gerne einen Teil des Lagers erwerben, auf dem noch alte Unterkünfte stehen.“ Bekanntlich möchte die Stiftung die geplante Gedenkstätte in der Nähe der Lagerkirche errichten. Damit die Kaufverhandlungen „auf einer konkreten Grundlage geführt werden können“, will die Stiftung nun ein so genanntes „Wertgutachen“ erstellen lassen, das von einem Spender bezahlt wird.

Die bisher für den Erwerb der Immobilie eingegangenen und zugesagten Spenden sollten Poppe zufolge für den Kauf „eines nicht zu kleinen Grundstücks“ reichen. Mit dem Gutachten wolle man den Spendern zeigen, dass man mit dem Geld gut umgehe und das Grundstück zu einem „reellen Preis“ kaufen werde. Insbesondere die Firma Edelmann hatte in der Vergangenheit immer wieder völlig überzogene Preisvorstellungen geäußert. Die Stiftung Lager Sandbostel wird auch die Gedenkfeier anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung der Lagerinsassen am 29. April ausrichten. Eine speziell hierfür eingerichtete Arbeitsgruppe soll die Veranstaltung organisieren. „Wir hoffen, auch zahlreiche offizielle Gäste begrüßen zu können“, betont Clement Poppe. Das Programm steht im Großen und Ganzen fest. Geplant ist,dass vor der eigentlichen Gedenkfeier vor der Lagerkirche eine Kranzniederlegung auf der Kriegsgräberstätte erfolgen soll. Wie in den vergangenen Jahren beschließt ein Gottesdienst die offizielle Feier. Ehemalige Kriegsgefangene, die zur Feier anreisen, werden vom Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel sowie der Gemeinde Sandbostel betreut.


Bremervörder Anzeiger vom 22.12.2004

Gedenkstättenstreit: Einigung „ein Wunder“

„ Stiftung Lager Sandbostel“ aus der Taufe gehoben

Von Jürgen Peters

Sandbostel. Viel Prominenz war am vergangenen Freitag in der Lagerkirche Sandbostel zusammengekommen, an der Spitze der niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann mit seinem Kabinettskollegen Heiner Ehlen. Bei seiner Begrüßung bezeichnete der Selsinger Pastor Wolfgang Fromm das Ereignis, das die Beteiligten an diesen Ort geführt hatte, als „ein Wunder“.

Nach jahrelangen, mit großer Erbitterung und gegenseitigen Schuldzuweisungen geführten Auseinandersetzungen kam es im August dieses Jahres zu einer ersten, grundsätzlichen Einigung um die Errichtung einer Gedenkstätte für das Lager Sandbostel. Nach vielen weiteren Gesprächsrunden und Abstimmungen in den unterschiedlichen Gremien war es nun so weit: In einem feierlichen Gründungsakt in der Lagerkirche unterzeichneten insgesamt neun Parteien die Stiftungsurkunden „Stiftung Lager Sandbostel“. Im gemeinsamen Boot sitzen der Dokumentations- und Gedenkstättenverein, die Gemeinde Sandbostel, die Samtgemeinde Selsingen, der Landkreis Rotenburg und das Land Niedersachsen. Dazu kommen noch die Geschichtsfreunde Sandbostel, die St- Lamberti-Kirchengemeinde Selsingen, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und das Bündnis „Pro Europa“ des 86-jährigen ehemaligen Lagerinsassen Bernard Le Godais. Dieser hatte die lange Reise aus dem Herzen Frankreichs auf sich genommen, um die Stiftungsurkunden mit zu unterzeichnen. Dabei warb er für seine Bewegung, die sich unter dem Dach der Ökumene für Versöhnung, Solidarität und Frieden einsetzt. Le Godais saß insgesamt fünf Jahre in deutscher Kriegsgefangenschaft. Im Lager Sandbostel war er in den Wochen unmittelbar vor und nach der Befreiung und hat dabei unermessliches Grauen und grenzenloses Leid hautnah erlebt und erfahren. Hans-Wilhelm Hastedt hatte zuvor zurückgeblickt auf die Zeit, in der er und Horst Rademacher als Moderatoren im Auftrag der Landesregie­ rung ihre schwierige Mission letztendlich erfolgreich umsetzen konnten. „Versöhnung lässt sich nicht erzwingen“, so Hastedt, „wir haben versucht zuzuhören. Menschen sind, wie man so sagt, über ihren Schatten gesprungen.“ Die Unterzeichnung der Stiftungsurkunden erinnerte ein wenig an ein politisches Gipfeltreffen, als die Vertreter ihrer Organisationen unter dem Blitzlichtgewitter der Fotografen ihre Unterschriften unter die Dokumente setzten. Auch das Fernsehen war angereist, ein Team des NDR begleitete die gesamte Veranstaltung. Nur einem Gast war nicht nach Jubel zumute. Ivar Buterfas war mit seiner Ehefrau aus Hamburg gekommen und verhehlte seine Skepsis über die gefundene Lösung nicht. Seine Bedenken äußerte er später noch in einer Erklärung bei der Pressekonferenz (siehe Bericht „Stiftung Lager Sandbostel bestimmt Vorstand“).


Stiftung Lager Sandbostel“ bestimmt einen Vorstand

Einmütiger Dank für die Arbeit der Moderatoren

Von Jürgen Peters

Sandbostel. Nach der feierlichen Unterzeichnung der Urkunden für die „Stiftung Lager Sandbostel“ in der Lagerkirche ging es unmittelbar anschließend in der Gaststätte „Zum Grünen Jäger“, um die notwendigen Wahlen durchzuführen und sich anschließend der Presse zu stellen.

Zum Stiftungsvorstand wurde der Rotenburger Kreisrat Hermann Luttmann in seiner Eigenschaft als Vorstand des Kreisverbandes der Deutschen Kriegsgräberfürsorge gewählt, Karl-Heinz Buck vom Gedenkstättenverein und Holger Blank von der Gemeinde Sandbostel wurden als seine Stellvertreter bestimmt.

Im Kuratorium sind die neun Träger der Stiftung vertreten. Hier führt Sandbostels Bürgermeister Clement-Volker Poppe den Vorsitz, sein Vertreter wurde Peter Gerloff von der St- Lamberti-Kirchengemeinde in Selsingen. Der Auftrag der Stiftung ist die Errichtung und Förderung einer Dokumentations-, Gedenk-, Informations- und Trauerstätte in der Nähe der Lagerkirche sowie die Förderung von internationalen Begegnungen. Kultusminister Bernd Busemann zog vor der Presse ein vorläufiges Fazit über die „leidvolle Geschichte“. Er sprach von einem „sehr schwierigen, schmerzhaften Prozess“ und einer Initialzündung, durch die man sich mit neuem Ansporn an den Tisch gesetzt habe. Er wollte zwar nicht so weit gehen wie Pfarrer Wolfgang Fromm und von einem Wunder sprechen, aber es sei „ein wunderbares Ergebnis mit Hilfe von Hans-Wilhelm Hastedt und Horst Rademacher“. Es sei sicherlich nicht selbstverständlich, dass das Land Niedersachsen sich in der Stiftung befände. Er wollte zwar keine Summen nennen, stellte aber auch fest, dass das Land „seine Verantwortung kennt und der Stiftung mit Rat und Tat“ zur Seite stehen werde. Der Termin für die Errichtung zumindest eines Anfangs der Gedenkstätte steht auch schon fest. Zum 60. Jahrestag der Befreiung des Stalag X B am 29. April 2005 soll es eine internationale Gedenkfeier geben, an der wahrscheinlich ein französischer Minister teilnehmen werde.

Landwirtschaftsminister Heiner Ehlen dankte den von ihm eingesetzten Moderatoren und übergab ihnen ein kleines Geschenk des Landes. „Hans- Wilhelm Hastedt und Horst Rademacher haben sich reingekniet“, lobte er den unermüdlichen Einsatz der beiden Vermittler, die in den vergangenen Monaten insgesamt 58 Gespräche geführt hatten, bis die heutige Lösung gefunden war. Rademacher selber berichtete von viel Zustimmung aus der Bevölkerung und mit „den zehn Prozent Gegnern“ müsse man leben.

Doch es gab auch eine kritische Stimme. Ivar Buterfas wunderte sich, dass die „bisher härtesten Kritiker“ nun persönlich im Vorstand vertreten seien und äußerte die Befürchtung, dass der Gedenkstättenverein, der zwölf Jahre hervorragend gearbeitet habe, innerhalb der Stiftung an Bedeutung verlieren werde. Vom Gegenteil wolle er sich gerne überzeugen lassen, durch die Errichtung einer Gedenkstätte bis zum Frühjahr. Geld sei da, so Buterfas, Kultusminister Busemann müsse nur die Schatullen öffnen.


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Bremervörder Zeitung 10. November 2004

Sandbostel in der Vorreiterrolle
Gemeinderat votiert einstimmig für Annahme der Satzung der Stiftung Lager Sandbostel"

Von Corvin Borgardt

Sandbostel. Auf dem Weg zur „Stiftung Lager Sandbostel" nimmt die Gemeinde Sandbostel eine Vorreiterrolle ein. Am Montagabend hat der Gemeinderat einstimmig für die Annahme der Stiftungssatzung votiert - als erstes der neun künftigen Stiftungsmitglieder.

„Wir sind die ersten, die diesen Schritt verbindlich gemacht haben", freute sich Sandbostels Bürgermeister Clement Volker Poppe nach der Gemeinderatssitzung. Damit zeige die Gemeinde, wie ernst ihr die Angelegenheit sei, so der Bürgermeister. Unmit­telbar vor der Ratssitzung hatte der Verwaltungsausschuss über die Satzung beraten und den Ratsmitgliedern empfohlen, die Satzung anzunehmen. Über den Inhalt der Satzung für die „Stiftung Lager Sandbostel" gab es nur wenig Anlass zur Diskussion. Lediglich einige Fragen in Bezug auf Arbeit und Besetzung der Gremien musste Bürgermeister Poppe beantworten. „Für uns als Gemeinde war es unter anderem wichtig, ebenso wie der Gedenkstättenverein, ein Vor­ schlagsrecht für den Stiftungsvorstand zu haben", erläuterte Poppe. Über Personalangelegenheiten wurde am Montagabend noch nicht entschieden. Erst während der nächsten Gemeinderatssitzung wollen sich die Mitglieder mit Namen für das Kuratorium beziehungsweise mit dem Vorstand der Stiftung befassen. Die offizielle Unterzeichnung der Stiftungssatzung ist für Freitag, 17. Dezember, geplant. An der feierlichen Veranstaltung in der Lagerkirche in Sandbostel werden dann auch Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen (CDU) und sein Kollege, Kultusminister Bernd Busemann (CDU), teilnehmen. Ebenfalls Thema der Gemeinderatssitzung am Montag war die Chronik der Ortschaft Ober Och- tenhausen. Wie berichtet, soll der erste Band des zweiteiligen Werkes noch vor Weihnachten fertiggestellt werden - gewissermaßen passend als Geschenk zu Weihnachten.

Elfriede Heins vom Chronik- Team stellte den Ratsmitgliedern den Stand der Dinge vor. Diese beschlossen während der Sitzung den Druckauftrag über 500 Exemplare zu erteilen. Bestellungen der Chronik sind bei Brigitte Becker (Telefon 04284/1427) und bei Elfriede Heins (Telefon 04764/ 331) möglich.


 
Bremervörder Zeitung 29. Oktober 2004

Gedenkstätte Sandbostel: Sponsoren gesucht

Stiftungsgründung bis zum 1. Januar möglich - Grundstückskauf geplant

Von Corvin Borgardt

Selsingen/Sandbostel . Auf dem Weg zu einer Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in Sandbostel ist ein weiterer wichtiger Schritt getan. Am Mittwochabend einigten sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe Gedenk-stätte Sandbostel" auf einen Entwurf für eine Stiftungssatzung. Läuft alles nach Plan, könnte die Stiftung bereits zum 1. Januar nächsten Jahres gegründet werden. Was jetzt noch fehlt, sind Sponsoren, die die Stiftung finanziell unterstützen.

Zufrieden und optimistisch präsentierten sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe sowie die beiden Moderatoren Hans-Wilhelm Hastedt und Horst Rademacher im Anschluss an die Sitzung des Gremiums der Presse. Denn einstimmig war zuvor der Satzungsentwurf für eine Stiftung beschlossen worden - mit der Empfehlung an die acht Gründungsmitglieder der Stiftung, dieser Satzung in ihren Gremien formell zuzustimmen. Zu den acht angehenden Stiftungsmitgliedern zählen bislang die Gemeinde Sandbostel, die Samtgemeinde Selsingen, der Gedenkstättenverein, der Landkreis Rotenburg, das Land Niedersachsen, die Kirchengemeinde Selsingen, der Verband Deutsche Kriegsgräberfürsorge sowie der Verein „Pro Europa", den der ehemalige Lagerinsasse Bernard LeGodais mitbegründet hat. All diese Institutionen beteiligen sich mit jeweils 2.500 Euro an der Stiftung. Um jedoch das notwendige Grundkapital von 25.000 Euro zusammen zu bekommen, werden noch Unterstützer gesucht. „Wir können uns vorstellen, dass es Sponsoren gibt, denen eine Gedenkstätte in Sandbostel wichtig ist", sagte Hans-Wilhelm Hastedt. Und Sandbostels Bürgermeister Clement Volker Poppe fügte hinzu: „Egal ob groß oder klein - uns ist jede Spende willkommen." Die Befürchtung des Gedenkstättenvereins, man finde sich möglicherweise in einer Stiftung nicht wieder, konnten am Mittwoch ebenfalls ausgeräumt werden. Denn zum einen soll der Schwerpunkt der Gedenkstätte auf der Zeit des Lagers zwischen 1939 und 1945 liegen und zum anderen je ein Mitglied des Vereins und eins der Gemeinde Sandbostel dem dreiköpfigen Vorstand des Stiftungskuratoriums angehören. Zweiter Schritt nach Gründung einer Stiftung, ist der Kauf von Teilen des Edelmann-Grundstückes in der Nähe der Lagerkirche, auf dem noch erhaltene Lagerbaracken stehen. Für den Erwerb der notwendigen Flächen, so Hastedt, habe die Landesregierung bereits ihre Unterstützung zugesagt. „Aus Hannover gibt es Anzeichen, dass ein Grundstückskauf nicht an 50.000 Euro scheitern wird", sagte Hastedt. Ausdrücklich lobten der ehemalige Superintendent und Horst Rademacher das Engagement der Sandbosteler Bürger, die „trotz vieler Beschimpfungen" weiter zu der Gedenkstätte stünden. Auch die Arbeit des Gedenkstättenvereins und das medienwirksame Engagement von Ivar Buterfas hoben die Moderatoren lobend hervor. „Ich hoffe, dass wir uns jetzt nicht wieder auseinander dividieren lassen", warnte Hastedt. Denn das jetzt Erreichte sei vor einem halben Jahr noch undenkbar gewesen. Alle Beteiligten der Arbeitsgruppen-Sitzung sprachen am Mittwochabend von einem entspannten und harmonischen Gesprächsklima. Jetzt gehe es darum, weiter gemeinsam nach vorne zu blicken.

 

Wer möchte spenden?

Um das Gründungskapital von 25.000 Euro für eine Stiftung zusammen zu bekommen, hoffen die Beteiligten auf Sponsoren. Besonders interessant für potenzielle Spender: Für eine Stiftung in Gründung gibt es spezielle steuerliche Vorteile. Wer sich für eine Gedenkstätte finanziell engagieren möchte kann auf zwei Konten spenden - jeweils mit dem Vermerk „ Gedenkstätte Sandbostel". Der Dokumentations- und Gedenkstättenverein hat die Kontonummer 600022203 beim Postgiroamt Hamburg (BLZ 20010020). Die Kirchengemeinde Selsingen hat die Kontonummer 110882 bei der Sparkasse Rotenburg-Bremervörde (BLZ 24151235).Weitere Informationen erteilen der Gedenkstättenverein unter der Telefonnummer 04761/746858 und die Kirchengemeinde unter der Nummer 04284/353. (cb)


 
 
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Bremervörder Zeitung 6. Oktober 2004

Gedenkstätte: Dem Ziel einen Schritt näher
Gedenkstättenverein stimmt Kompromiss zu

Von Corvin Borgardt

 

Sandbostel. Auf dem Weg zu einer einvernehmlichen Lösung in Sachen Gedenkstätte Sandbostel ist am Montagabend ein weiterer Schritt gemacht worden. Während einer Mitgliederversammlung sprach sich der Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel einstimmig für den am 23. August vorgestellten Kompromiss aus. Wie berichtet, ist die Kernaus­ sage des die durch Vermittlung der beiden Moderatoren Hans-Wilhelm Hastedt und Horst Rademacher zustande gekomme­ nen Kompromisses, die Errichtung einer Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in der Nähe der Lagerkirche. „Der Verein begrüßt diesen Vorschlag voll und ganz", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Gedenkstättenvereins, Dr. Klaus Volland, gestern gegenüber der BZ. Die von Ivar Buterfas geforderte Einbeziehung der Straßenmeisterei - in der damals die Kommandantur des Stalag XB untergebracht war - in eine Gedenkstätte werde vom Verein nicht mehr favorisiert, erklärte Volland. Man könne sich stattdessen vorstellen, Informationstafeln auf dem gesamten Lagengelände aufzustellen, die Besucher auf die Bedeutung und Historie verschiedener Lagerteile hinweisen. In diesem Zusammenhang bewerteten die Vereinsmitglieder auch den Vorschlag der beiden Moderatoren positiv, die Straßenmeisterei mit der Pflege der Gedenkstätte zu beauftragen. Während der Mitgliederversammlung im Gasthaus „Zum grünen Jäger" in Sandbostel sprachen sich die Mitglieder des Gedenkstättenvereins auch für die Beteiligung an einer Stiftung als Träger einer Gedenkstätte aus. Dabei handele es sich laut Dr. Volland um einen Grundsatzbeschluss. Abschließend werde man über eine Stiftungsbeteiligung erst entscheiden, wenn eine Satzung vorliegt. „Es ist wichtig, dass der Verein sich und seine Ziele in einer Stiftung wiederfindet", erklärte Dr. Klaus Volland. Des Weiteren sprach sich der Verein dafür aus, zügig ein Konzept für eine Gedenkstätte zu erstellen, damit am 29. April 2005 - dem 60. Jahrestag der Lagerbefreiung - „etwas Vorzeigbares zu sehen ist".

 


Bremervörder Anzeiger 22. September 2004

Ein grundsätzliches „Ja“ zur Gedenkstätte auf dem Lagergelände
Gemeinde Sandbostel will Stiftung beitreten

 

Sandbostel (jb). In seiner Sitzung am vergangenen Montag hat sich der Sandbosteler Gemeinderat „grundsätzlich“ für eine Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in Kirchennähe ausgesprochen. Das Gremium unterstützt damit den am 23. August beschlossenen Lösungsvorschlag der Arbeitsgruppe. Alle neun Ratsmitglieder votierten für den „Kompromiss von Selsingen“. Der stellvertretende Bürgermeister Holger Blank sprach von einem „ersten Grundstein auf dem gemeinsamen Weg, den wir gehen sollten“. Einschränkend wird im Grundsatzbeschluss darauf hingwiesen, dass „alle noch bestehenden Fragen und Vorbehalte“ in der Arbeitsgruppe zu klären und vom Gemeinderat zu beschließen sind. Konfliktpotenzial birgt unter anderem noch das Thema Denkmalschutz. Es soll vor allem die Baracken, die von den Gewerbebetreibenden bereits vor Ausrufung des Schutzstatus 1992 baulich verändert wurden, betreffen. Ebenfalls einstimmig sprach sich der Gemeinderat dafür aus, der von den Vermittlern Hans-Wilhelm Hastedt und Horst Rademacher angeregten Stiftung mit 2.000 Euro beizu­ treten. Durch diese noch zu gründende Stiftung soll die Gedenkstättenarbeit auf eine breite Basis gestellt werden. „Grundsätzlich sind wir dabei“, erklärte Bürgermeister Clemet Poppe. Der genaue Text der Satzung müsse jetzt noch von der Arbeitsgruppe entworfen und vor der Unterzeichnung dem Gemeinderat vorgestellt werden. Poppe: „Einfach so eine Waschmaschine kaufen wollen wir auch nicht.“


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Zevener Zeitung 2. September 2004

Sandbostel: Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Lösung
Gemeinderat fällt zwei Grundsatzbeschlüsse - Ja zur Gedenkstätte auf ehemaligem Lagergelände

 

Sandbostel (bz/cb). Auf dem Weg zu einer einvernehmlichen Lösung in Sachen Gedenkstätte Sandbostel ist eine weitere Hürde genommen worden. Am Montagabend fällte der Sandbosteler Gemeinderat zwei wegweisende Grundsatzbeschlüsse .

Zum einen sprachen sich die Ratsmitglieder nach kurzer Beratung einstimmig dafür aus, die Errichtung einer Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in der Nähe der dortigen Kirche zu unterstützen. Wörtlich heißt es dazu: „Der Gemeinderat Sandbostel stimmt grundsätzlich dem Lösungsvoschlag der Arbeitsgruppe vom 23. August 2004 zu, eine Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in "Kirchennähe" zu errichten. Alle noch bestehenden Fragen und Vorbehalte sind in der Arbeitsgruppe zu klären und im Gemeinderat zu beschließen." Vorherige Ratsbeschlüsse, in denen sich der Gemeinderat auf die Kriegsgräberstätte als Standort einer Gedenkstätte festlegt hatte, haben durch den neuen Beschluss ihre Gültigkeit verloren. Desweiteren stand am Montagabend auch das Thema Gedenkstättenstiftung auf der Tagesordnung. Auch hier fassten die Ratsmitglieder einen einstimmigen Beschluss. Um die zukünftigen Tätigkeiten einer „Gedenk- und Informationsstätte" auf eine breite Basis zu stellen, wird sich die Gemeinde an einer Stiftung als Träger beteiligen. „Die Gemeinde Sandbostel beteiligt sich an einer neu zu gründenden Stiftung mit 2000 Euro. Die Satzung wird von der Arbeitsgruppe entworfen und dem Rat vor Unterzeichnung vorgelegt", heißt es in dem Ratsbeschluss vom Montagabend.


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Bremervörder Anzeiger 15. September 2004

Hürde genommen, weitere Probleme lösbar
Gedenkstätte Sandbostel: es geht voran

Bremervörde (jb). Die erste Hürde in Sachen Gedenkstätte Sandbostel ist genommen. Der „Kompromiss von Selsingen“, auf den sich die Mitglieder der jüngst ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe unter Vermittlung von Hans-Wilhelm Hastedt und Horst Rademacher am 23. August einigten, gilt gemeinhin als Durchbruch in dieser Sache. Die Vereinbarung sieht die Errichtung einer Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in Nähe der kleinen Kirche vor. Zustimmung findet die Lösung auch bei den Sandbosteler Bürgern, die sich auf einer nichtöffentlichen Versammlung grundsätzlich positiv äußerten. Jetzt geht's ans Eingemachte. Auf dem Weg zum Ziel müssen noch eine Reihe offener Fragen geklärt werden. Alle Beteiligten sprechen dieser Tage aber von durchaus lösbaren Problemen Ende September wird das von der Bezirksregierung Lüneburg auf Geheiß des niedersächsischen Kultusministeriums in Auftrag gegebene Gutachen über die Gebäudesubstanz fertig sein. Das mit der Untersuchung beauftragte Architekturbüro prüft in diesem Rahmen auch Möglichkeiten zum Erhalt der unter Denkmalschutz stehenden, baulich kaum veränderten Holz- und Steinbaracken auf Gelände der Firma Edelmann.Wenngleich die gutachterliche Tätigkeit noch nicht abgeschlossen ist, spricht Reiner Zittlau, Leiter der Bau- und Kulturdenkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege bereits jetzt von einem „erheblichen Reparatur-Notstand“. Anfang Oktober wird die Öffentlichkeit erfahren, was an Gebäudesubstanz zu retten ist, ob ein oder zwei der Baracken für Dokumentationszwecke genutzt werden können und in welcher Größenordnung sich die Kosten belaufen.

Lesen Sie hierzu die Erklärungen von Clement Poppe, Klaus Volland, Ivar Buterfas und Horst Rademacher.


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Am 6. September war in der Frankfurter Rundschau ein längerer Artikel über das ehemalige Kriegsgefangenenlager zu lesen
 

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Hamburger Morgenpost 25. August 2004

Sandbostel: Das Ende eines Skandals

BREMERVÖRDE Es ist geschafft! In Sandbostel wird es eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus geben. Darum hatte der Hamburger Holocaust-Überlebende Ivar Buterfas (73) Monate lang gekämpft. Zwei Baracken und ein Teil des Grundstücks werden einem Verein überlassen, der die Erinnerung an das einstige Kriegsgefangenen- und KZ- Auffanglager Stalag XB wach halten soll. Monatelang hatte es erheblichen Streit gegeben. Sandbostel war immer wieder in den Schlagzeilen: Buterfas kritisierte, dass historische Baracken mutwillig zerstört werden und dass Gewerbetreibende, die auf dem Gelände heute ansässig sind, Angehörige ermordeter Insassen mit Gewalt vertreiben. Auf Druck der Landesregierung ist ein Kompromiss gefunden worden: Rechtzeitig zum 60. Jahrestag der Lagerbefreiung soll die Gedenkstätte fertig gestellt sein. Offen ist noch die Frage, ob die Straßenmeisterei des Kreises weichen muss. Sie ist in der ehemaligen Lagerkommandantur untergebracht. (ow)

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Bild Bremen 25. August 2004

Dank Monsieur Le Godais! Sandbostel wird Gedenkstätte

Von A. MERTENS

Das Drama um das ehemalige Kriegsgefangenenlager Sandbostel (BILD berichtete) ist zu Ende. Nach jahrzehntelangem Hickhack wird es jetzt eine Gedenkstätte.Großen Anteil daran hat der Franzose Bernand Le Godais (86), ehemals Insasse im Lager des Grauens. Er war extra aus der Nähe von Paris angereist, führte mit leidenschaftlichen Worten Landkreis, Gemeinde, Gedenkstättenverein und das Land Niedersachsen zusammen.Le Godais erzählte: „Am 7. April kamen 12 000 KZ-Häftlinge aus Neuengamme. 6000 wurden deportiert. Die anderen wurden in Sandbostel in ein vergittertes Lager gesperrt. Sie schrieen vor Hunger und Durst, starben unter Qualen. Jeden Tag durchsuchte ich mit 80 anderen Freiwilligen die Baracken nach Leichen."Beeindruckend, wie Le Godais trotz dieser Erfahrungen die Streitparteien zusammenbrachte. „Wir können nicht Versöhnung unter den Völkern schaffen, wenn wir schon hier Kleinkriege führen." Erste Planung: Die Kapelle und benachbarte Baracken werden Zentrum der neuen Gedenkstätte. Mitte November soll das Konzept fertig sein. Dann entscheidet das Land, ob es die Anschubfinanzierung (rund 500 000 Euro) übernimmt.

Merci, Monsieur Le Godais!

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Bremervörder Zeitung 17. Juli 2004
Gedenktafel in Ordnung
Von Klaus-Jürgen Hoops aus Hipstedt erreichte uns ein Leserbrief zum Thema Gedenkstätte Sandbostel.
Vorbemerkend möchte ich mich dem Leserbrief des Grafen von Fraunhofen uneingeschränkt anschließen. Dazu gehört für mich auch, dass die seitens des Landrat Dr. Fitschen vorgeschlagene Lösung einer Gedenktafel, 60 Jahre nach Kriegsende, völlig in Ordnung ist. Dieses auch in Anbetracht der wechselvollen Geschichte des Lagers seit dem Zweiten Weltkrieg und dem vorbildlichen Einsatz der Gemeinde Sandbostel und seiner Bürger, einer Versöhnung über den Gräbern.
Mir kommt es so vor, als wenn es den Herren Buterfas, Dr. Kohlrausch und Volland, nur um die Durchsetzung ihrer ureigensten Macht- und, im letzteren Fall persönlichen Interessen, geht. Die Errichtung einer Gedenkstätte ist doch letztendlich nur noch ein Aufhänger. Darüber hinaus empfinde ich in den Äußerungen des Herrn Buterfas, Sandbostel bekannter als Las Vegas machen zu wollen, eine erhebliche Bedrohung, wenn nicht sogar Erpressung. Vielleicht nehmen wir es nicht mehr wahr, Deutschland ist eine freiheitliche Demokratie, zu der auch diese Region zählt und auch wir verabscheuen die Verbrechen der Nazizeit.
Für mich ist es daher eine ungeheuerliche Provokation, wenn Herr Giordano behauptet, dass es bei einigen Menschen nach wie vor Anzeichen für „bleibende Indoktrination" durch die NS-Ideologie gibt (BZ vom 14. Juli). Das kann nach meiner Auffassung doch nur bedeuten: „In dieser Region leben nach wie vor unverbesserliche Nazis", noch dazu demokratisch gewählt.
Wer ist Herr Giordano eigentlich, dass er eine derartige Ungeheuerlichkeit ungestraft äußern kann? Offensichtlich genügt es, Schriftsteller und Publizist zusein, um derartige Erkenntnisse über die hier mit Mehrheit gewählten, politischen Vertreter gewinnen zu können.
Als besonders gefährlich für eine Demokratie empfinde ich es, wenn Bürger über das Thema Sandbostel nur hinter der vorgehaltenen Hand sprechen mögen, aus Angst, dadurch in irgendeiner Form mit den bestehenden Gesetzen in Konflikt zu geraten. Vielleicht erinnern wir uns, genau diese Angst der Bürger ermöglichte einmal die Herrschaft der Nazis.
Ich bin froh, dass die politisch Verantwortlichen der Stadt Bremervörde die Buterfas-Lesung nicht zugelassen haben und damit künftige Präzedenzfälle verhindert werden. Abschließend noch ein Wort zu den Äußerungen des ehemaligen Ministerpräsidenten Gabriel. Fast dreizehn Jahre hatte die SPD die Macht in Niedersachsen und die SPD will nichts gewusst haben? Haben die SPD-Verantwortlichen vor Ort geschlafen? Nach meiner Auffassung, kann das doch nur die billige Diskreditierung der jetzigen Regierung bedeuten.



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Bremervörder Zeitung 17. Juli 2004
Buterfas spricht mit Vermittlern
Bremervörde/Sandbostel (ts). Die Vermittler im Sandbostel-Konflikt, der Ex-Superintendent Hans-Wilhelm Hastedt und der Regierungsschuldirektor im Ruhestand, Horst Rademacher, haben am kommenden Mittwoch ein Gespräch mit Ivar Buterfas. Das teilte dieser gestern der BZ mit. Der Holocaust-Überlebende hat den Gedenkstättenverein in den vergangenen Wochen bei seinem Ziel massiv unterstützt, auf dem Lagergelände eine Gedenkstätte zu errichten.
„Wir werden die Brücken der Verständigung, die am 12. Juli bei der Internationalen Sandbostel-Konferenz in Hamburg geschlagen wurden, weiter festigen", sagte Buterfas der BZ. „Wir werden versuchen, ein gemeinsames Ziel zu erarbeiten, bei dem es keine Verlierer und Gewinner geben soll."
Weiter teilte Buterfas mit, dass er am 8. November im Rotenburger Kantor-Helmke-Haus aus seiner Autobiografie vorlesen wird. Ein weiterer Termin sei am 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, in Selsingen oder Sandbostel geplant. Der Erlös aus den Lesungen wird der Gedenkstätte zu Gute kommen. Wie berichtet, hatte der Bremervörder Verwaltungsausschuss seinen Antrag mit CDU-Mehrheit abgelehnt, am 9. November im Bremervörder Ratssaal zu lesen, was vor allem in der Hamburger Presse für ein sehr kritisches Medienecho gesorgt hatte.

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Bremervörder Anzeiger 27. Juni 2004
„So ist noch niemand mit mir umgegangen"
Gespräch zwischen Ivar Buterfas und Landrat Fitschen geplatzt


Bremervörde (jb). Das Tischtuch zwischen Ivar Buterfas und dem Rotenburger Landrat Dr. Hans-Harald Fitschen ist zerschnitten. „Ich denke nicht daran, mich mit diesem Herren an einen Tisch zu setzen", erklärt Ivar Buterfas, der dieser Tage noch in Irland weilt, kurz vor Redaktionsschluss gegenüber dem ANZEIGER. Beide Herren hatten für den 11. Juli ein Gespräch in Rotenburg vereinbart.
Doch dazu wird es nicht mehr kommen. Eine Unterredung lehnt der Ehrenpräsident des Förderkreises „Rettet die Nikolaikirche" jetzt kategorisch ab. Der Hintergrund: In einem ausführlichen Telefonat Anfang Juni soll der Landrat Buterfas zugesichtert haben, die Straßenmeisterei auf dem ehemaligen Lagergelände in Sandbostel für eine Gedenkstätte zur Verfügung zu stellen. IvarButerfas sprach damals von einer erfreulichen Entwicklung, von einer Annährung beider Seiten, wollte Fitschen bei der für den 12. Juli geplanten internationalen Konferenz in Hamburg sogar sprechen lassen. Ineinem Schreiben vom 4. Juni
an den Landrat zeigt sich der Hamburger Weltfriedenpreisträger erfreut, dass Fitschen „der Übergabe eines Teilstücks entsprechen wolle". Buterfas weiter: „Deutschland wird glücklich und stolz auf Ihre Haltung sein, wenn Sie sich an die Spitze unserer Aktivitäten stellen und den anwesenden Diplomaten am 12. Juli bei dieser großen Informationsrunde Ihren Entschluss verkünden, dass mit der Übergabe dieses Teilstücks mit der Baracke eine internationale Begegnungsstätte für alle trauernden Menschen in der ganzen Welt zur Verfügung stehen wird." Aus der Zeitung musste Ivar Buterfas jetzt erfahren, dass Landrat Dr. Hans-Harald Fitschen gar nicht daran denkt, dem Gedenkstättenverein die Straßenmeisterei zu überlassen. Der 71-Jährige fühlt sich verschaukelt, hingehalten, spricht von einer riesengroßen Empörung. „Ich halte das Verhalten des Landrats für unmöglich; er hatte drei Wochen Zeit auf mein Schreiben zu antworten. Warum widerspricht er nicht, wenn ich etwas falsch verstanden haben sollte," ärgert sich Buterfas. „So wie dieser Mann ist noch niemand mit mir umgegangen". Gemeinsam mit dem Gedenkstättenverein, dessen Ehrenmitglied er ist, will der Hamburger weiter für eine Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in Sandbostel kämpfen. Die Konferenz in Hamburg soll dazu genutzt werden, weiter Druck auszuüben. Neben zahlreichen konsularischen Vertretungen ist auch die internationale Presse eingeladen, ebenso wie der Zentralrat der Juden und der israelische Botschafter. Es gebe Hinweise, wonach jüdische KZ-Häftlinge im April 1945 von Neuengamme nach Sandbostel transportiert worden seien, sagt Ivar Buterfas.
Bezüglich der geplanten Spendensammelaktion stellt Buterfas indes klar, dass der Aufruf dazu von Ex-Ministerpräsident Sigmar Gabriel kommen müsse. „Wir wollen da nichts durcheinander bringen." Er, Buterfas, werde sich nicht allein mit dem Einwerben von Geldern befassen, auf jeden Fall aber behilflich sein.


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Bremervörder Zeitung vom 16. Juni 2004
Die Gedenkstätte gehört an den Tatort

Zum Leserbrief von Hermann König über die Diskussion um die Gedenkstätte Sandbostel (BZ am 12. Juni) erreichte uns eine Zuschrift von Ralph Giordano aus Köln. Der für seine publizistische Arbeit mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller hat sich unter anderem als Journalist, Fernsehdokumentarist und als Autor des verfilmten Bestsellers „Die Bertinis" einen Namen gemacht.



Der Leser Hermann König aus Hipstedt hat es auf den Punkt getroffen: der Streit um die Gedenkstätte Sandbostel - das sind die Nachwehen einer verdrängten Vergangenheit. Hitler, und was der Name symbolisiert, ist wohl militärisch, nicht aber auch schon geistig oder besser ungeistig geschlagen; Alles, was Hermann König schreibt, stimmt: Wir leben in einem Land, wo dem größten geschichtsbekannten Verbrechen mit Millionen und Abermillionen Opfern, die wohlgemerkt hinter den Fronten umgebracht worden sind, das größte Wiedereingliederungswerk der Täter gefolgt ist, das es je gegeben hat. Die 50er Jahre waren ein brauner Epilog, die Nazizeit ein nahezu kollektives Tabu, eben weil das „Dritte Reich" eine Funken sprühende Liaison zwischen der Mehrheit der damaligen Deutschen und ihrem „Führer" war. Danach aber wollte es keiner gewesen sein, niemand von etwas gewusst haben. Ich habe das die „zweite Schuld" genannt, nach der ersten unter Hitler.
Als Überlebender des Holocausts habe ich mit Entsetzen den Streit um die Gedenkstätte Sandbostel registriert - sie gehört an den Tatort, dahin, wo das Großverbrechen geschah und nicht an einen Ort fernab von ihm. Die Sandbosteler waren damals nicht schuldiger als Andere, die schwiegen oder mitmachten. Erst die Heutigen aber und ihre administrativen Vertreter könnten den Punkt auf das I setzen, wenn sie einer schlechten Tradition ein konsequentes Ende bereiten würden. Das jedoch wird es, darf ich prophezeien, mit einer verfälschten Gedenkstätte auf dem kilometerweit entfernten Friedhof ganz gewiss nicht geben.

Bremervörder Zeitung vom 15. Juni 2004
Gedenkstätte: Ist dies die Woche der Entscheidung?
Kultusminister besucht morgen Sandbostel - Gespräche mit allen Beteiligten
Von Rainer Klöfkorn

Sandbostel. In dieser Woche könnte sich entscheiden, ob und auf welche Weise eine Gedenkstätte für das ehemalige NS-Lager in Sandbostel realisiert wird. Zwei hochkarätige Landespolitiker kommen nach Sandbostel: Morgen Kultusminister Bernd Busemann (CDU), am Donnerstag Oppositionsführer Sigmar Gabriel (SPD).
Wie bereits berichtet, will Minister Busemann mit allen Beteiligten über eine Gedenk- und Dokumentationsstätte beraten und möglichst mit einem Kompromiss, dem alle Seiten zustimmen, nach Hannover zurückkehren. Neben der Frage der Finanzierung gilt es vor allem, die unterschiedlichen Positionen aufeinander abzustimmen: Während der Gedenkstättenverein den Landkreis auffordert, ihm das Gebäude der Straßenmeisterei zu überlassen, will die Gemeinde eine Gedenkstätte auf dem Lagerfriedhof einrichten. Nach inoffiziellen Angaben will Busemann vor der morgigen Beratung ein Gespräch mit Landrat Dr. Hans-Harald Fitschen (CDU) führen. Fitschen hatte stets darauf hingewiesen, dass nicht der Landkreis, sondern Bund und Land die Finanzierung einer Gedenkstätte zu übernehmen hätten.
Noch im März dieses Jahres hatte der Kultusminister öffentlich die Arbeit des Gedenkstättenvereins gewürdigt. Er habe viel für die Aufarbeitung der Lagergeschichte getan, heißt es im Vorwort zu der Wanderausstellung des Vereins. „Die menschlichen Beziehungen, die die Mitglieder des Vereins seit vielen Jahren zu den Überlebenden pflegen, sind ein besonderer Beitrag zur Überwindung der Lasten des Krieges", schrieb Busemann. Es sei an der Zeit, dem Verein und seinen Mitgliedern „öffentlich zu danken für das ehrenamtliche Engagement, mit dem sie das Ansehen Niedersachsens und Deutschlands insgesamt mehren".
Die in Bremervörde untergebrachte Dokumentationsstätte des Vereins bezeichnet der CDU-Politiker in seinem Geleitwort als „provisorisch". Seit 1980 habe es ernsthafte Anstrengungen gegeben, auf dem ehemaligen Lagergelände eine Dokumentations- und Gedenkstätte einzurichten. „Sie sind bisher ohne Erfolg geblieben", schrieb Busemann, „ich hoffe, dass sich das ändert".
Vom Erfolg oder Misserfolg der morgigen Minister-Initiative wird auch der Verlauf der für den 12. Juli in der Hamburger Nikolai-Kirche angesetzten Konferenz abhängen. Der österreichische Generalkonsul und Doyen des Hamburger Konsularkorps, Hofrat Adolf Klement, hat dazu die diplomatischen Vertreter von über 50 Nationen eingeladen.
Moderiert wird die Konferenz vom Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion und ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Sigmar Gabriel. Er wird am Donnerstag Sandbostel besuchen und dabei seine Unterstützung für die Ziele des Vereins zum Ausdruck bringen.


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Bremervörder Anzeiger vom 6. Juni 2004

„Es ist wichtig, dass jetzt etwas geschieht"
Rückkehr zum Dialog gefordert / Landkreis Rotenburg in der Pflicht


Von Jakob Brandt

Landkreis Rotenburg (jb).
Teilweise liegen die Nerven blank. Auf das Thema Gedenkstätte Sandbostel angesprochen, reagieren einige mit der Thematik befasste Personen gereizt, ja schroff ablehnend. Die Art der Auseinandersetzung in den letzten Wochen hat Wunden gerissen. Doch mehr und mehr Stimmen fordern jetzt die Rückkehr zum Dialog. Außerdem müsse der Landkreis Rotenburg die Initiative ergreifen und sich maßgeblich um eine einvernehmliche Lösung bemühen. An einer Gedenkstätte dürfte indes kein Weg mehr vorbeiführen. Das zeigt auch die Initiative der Gemeinde Sandbostel, die jetzt eine Gedenkstätte auf der 2,5 Kilometer vom Lager entfernten Kriegsgräberstätte befürwortet (der ANZEIGER berichtete).
Es ist vor allem die Suche nach einem geeigneten Standort, der beide Seiten trennt. Anders als die Gemeinde hält der Gedenkstättenverein an einer Lösung auf dem Lagergelände fest. Doch auch in konzeptioneller Hinsicht gibt es noch große Unterschiede.
Die CDU-Kreistagsfraktion wird am Montag über das Thema Gedenkstätte sprechen. Am Mittwoch nimmt sich die Wählergemeinschaft Freier Bürger (WFB) der Sache an. Nach Auskunft von Hans-Heinrich Hinck, Pressesprecher der Kreis-WFB, hat die Gemeinschaft bislang noch nicht ausführlich über eine Gedenkstätte beraten. Zum jetzigen Zeitpunkt könne deshalb weder eine klare Stellungnahme noch ein Stimmungsbild abgegeben werden.


Ludwig Althaus (SPD):
„Wir müssen die Sache weiter vorantreiben"

Bei der SPD-Kreistagsfraktion war's in der letzten Zeit auffällig ruhig, obwohl sie die Sache vor zwei Jahren wieder aufs Tableau brachte. „Wir haben unsere Aktivitäten ausgesetzt, um die Gespräche des Landrats mit allen Beteiligten abzuwarten", erklärt der Kreistagsabgeordnete Ludwig Althaus aus Bremervörde „..in der Hoffnung auf einen einhelligen Vorschlag." Doch die Entwicklung lief in entgegengesetzter Richtung.
Seit mittlerweile 15 Jahren beschäftigt sich Ludwig Althaus mit dem Thema. Er war Mitglied einer interfraktionellen „Arbeitsgruppe Lager Sandbostel", die bereits 1992 einstimmig die Errichtung einer Dokumentations- und Begegnungsstätte mit Ausstellungsfläche sowie Vortrags- und Sitzungsraum auf dem Gelände des ehemaligen Lagers empfohlen hatte. Althaus bedauert, dass nach all den Jahren keine
einvernehmliche Lösung gefunden werden konnte. Der Sozialdemokrat macht neben der schwierigen Finanzierbarkeit auch den fehlenden Willen einiger Beteiligten für das Scheitern verantwortlich. Nach wie vor unterstützt die SPD-Kreistagsfraktion die Ziele des Gedenkstättenvereins. „Wir müssen die Sache weiter vorantreiben". Ludwig Althaus ist überzeugt, dass die „Enkelgeneration" in zunehmendem Maße Sandbostel besuchen wird. Von daher sei es notwendig, auf dem Lagergelände eine Möglichkeit zu schaffen, sich vor Ort über die Geschichte des ehemaligen Kriegsgefangenen-und KZ-Auffanglagers informieren zu können. „Wir brauchen so etwas." Die von der Gemeinde Sandbostel favorisierte Kriegsgräberstätte sei als Standort „nicht günstig", das Lagergelände sinnvoller. „Ich denke dabei nicht an ein großes Gebäude", so Althaus. Und: „Es ist nichts Schlimmes damit verbunden", versucht der Sozialdemokrat eine Brücke zu schlagen.


Heike Treu
(Grüne):

„Der Landkreis soll jetzt ein Zeichen setzen"
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rotenburger Kreistag, Heike Treu, ist seit Gründung 1992 Mitglied im Gedenkstättenverein. Von Anfang an hat ihre Fraktion die Ziele des Doku-Vereins unterstützt - und tut es nach wie vor. „Der Landkreis soll jetzt ein Zeichen setzen und die Straßenmeisterei dem Verein zur Verfügung stellen", fordert Heike Treu. Außerdem müsse eine der Baracken für Dokumentationszwecke hergerichtet werden. Die Grünen denken an eine „lebendige Gedenkstätte", ein Ort der Information, der Begegnung und des Empfindens. Der Jugend müsse die Möglichkeit gegeben werden, sich in die Situation der ehemaligen Gefangen hineinzufühlen. Auf der Kriegsgräberstätte sei dies nicht möglich. Heike Treu appelliert an alle Beteiligten, die Verletzungen zu vergessen und sich jetzt wieder an einen Tisch zu setzen. Sinnvoll sei es, Ivar Buterfas in die Gespräche zu integrieren und keine zwei Fronten zu schaffen.


„Wir müssen jetzt gemeinsam einen Weg finden und die Sache im Dialog klären", wirbt auch Pastor Wolfgang Fromm von der Kirchengemeinde Selsingen für die Aufnahme zielorientierter Gespräche. Es gelte, die Standortfrage in Ruhe zu erörtern und keinen weiteren Unfrieden zu schüren. „Wenn es gewünscht wird, sind wir gern bereit, zu helfen und zu vermitteln", bietet der Kirchenvorstandsvorsitzende seine Unterstützung an. Denn: „Es ist wichtig, dass jetzt etwas geschieht".


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Bremervörder Anzeiger vom 23. Mai 2004

„Es sei denn, jemand bezahlt die Sache"
Keine Gedenkstätte auf dem Lagergelände: CDU-Kreisvorsitzender Albert Rathjen sieht im Moment keinen Anlass, seine bisherige Position zu ändern



Bremervörde (jb). Der Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes sieht derzeit keinen Anlass, seine bisherige Position in Sachen Gedenkstätte Sandbostel zu ändern. Das hat Albert Rathjen vor wenigen Tagen gegenüber dem ANZEIGER bestätigt. Danach bleibt es beim alten Beschluss: eine Informationstafel, ein Raum für ein stilles Gedenken oder auch beides auf der Kriegsgräberstätte. Eine Gedenkstätte auf dem Lagergelände lehnt der Kreisvorstand weiterhin ab. „Es sei denn, jemand bezahlt die Sache und die Gemeinde stimmt zu." Unter diesen Umständen nach Worten von Rathjen auch eine andere Lösung denkbar.
Der CDU-Kreisvorsitzende macht aber deutlich, dass es eine solche Lösung ohne die Zustimmung der Gemeinde Sandbostel nicht geben werde. Diese hat in der jüngsten Vergangenheit eine Gedenkstätte nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen, eine Einrichtung auf dem Lagergelände jedoch abgelehnt. Doch auch hier scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen. In Kürze will die Gemeinde ihr Konzept für die Errichtung einer Gedenk-und Dokumentationsstätte der Öffentlichkeit vorstellen. Auf der jüngsten Vorstandssitzung der Kreis-CDU sei das Thema Sandbostel nur kurzbehandelt worden, betont Albert Rathjen. Ausführlich werde sich die CDU-Kreistagsfraktion auf ihrer Sitzung am 7. Juni mit dem Thema beschäftigen. „Im Moment sehen wir keine Veranlassung, unsere bisherige Beschlussfassung zu ändern."
Vor allem die ungeklärte Finanzierung lässt die Union an der bisherigen Position festhalten. So habe es der Doku-Verein versäumt, ein Finanzierungskonzept für eine Gedenkstätte vorzulegen. Ein Antrag an den Landkreis auf Überlassung des Straßenmeistereigebäudes liege ebenfalls nicht vor. Rathjen: „Worüber sollen wir entscheiden?" Wenngleich man aus den Verlautbarungen von Ministerpräsident Christian Wulff eine Unterstützung für eine Dokumentationsstätte herauslesen könne, lasse sich ein finanzielles Engagement des Landes nicht erkennen. Albert Rathjen beruft sich dabei auf eine Auskunft aus dem Kultusministerium, wonach das Land derzeit keine Bereitschaft zeige, das Projekt finanziell zu unterstützen.
Der CDU-Politiker gibt ferner zu bedenken, dass die Zusage des Landkreises, 25 Prozent der Kosten zu übernehmen, lediglich für eine Informationstafel oder Ähnliches gelte, nicht aber für eine Dokumentationsstätte. Rathjen hält es zudem für fraglich, dass Ivar Buterfas Mittel in entsprechender Höhe über Sponsoren einwerben könnte. Sollte die Finanzierung allerdings geregelt sein, was Rathjen für „ziemlich schwierig" hält, und der Landkreis die Straßenmeisterei zur Verfügung stellen, ergebe sich eine völlig andere Situation, über die dann gesprochen werden müsse. Bislang sperrt sich die Union gegen eine Gedenkstätte auf dem Lagergelände. „Weil die Weichen vor Jahren anders gestellt worden sind", sagt Albert Rathjen. Zur Erinnerung: 1974 wurde das Lager in ein Gewerbegebiet umgewandelt. Die vor 30 Jahren gefällte Entscheidung wollte Rathjen weder kommentieren noch beurteilen.
Die Ankündigung von Ivar Buterfas, unter Umständen eine europäische Pressekonferenz einzuberufen, sollten die Verantwortlichen im Landkreis Rotenburg nicht einlenken, nimmt Albert Rathjen gelassen.
„Wovor sollten wir Angst haben? Wenn man Druck ausüben will, geht der Schuss nach hinten los. Darauf geht die CDU nicht ein, das ist keine Basis für eine Zusammenarbeit." Rathjen kritisiert das, wie er sagt, „unglückliche Auftreten" von Ivar Buterfas in der Öffentlichkeit. Die „Drohung" mit dem Bundeskanzler sei kontraproduktiv. „Der kann ruhig kommen und Rechenschaft ablegen, warum er in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident nichts gemacht hat." Für ein Gespräch mit Ivar Buterfas sei die Union jederzeit offen. „Wenn dieser das wünscht." Der CDU-Kreisvorsitzende nimmt auch die Berichterstattung einiger Medien, insbesondere die „pauschale Verunglimpfung" der Sandbostler Bürger ins Visier seiner Kritik. „Die Berichte haben viel zerstört." Die Stimmung gegenüber dem Doku-Verein sei derzeit „nicht besonders positiv". Dieser solle sich überlegen, wie die Sache wieder in Ordnung zu bringen sei, und sich bei den Angegriffenen, vor allem bei den Sandbostler Bürgern entschuldigen. Rathjen abschließend: „Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir die Erinnung an die Nazi-Zeit wachhalten müssen, aber nicht in der Form und mit den Methoden des Gedenkstättenvereins."


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Bremervörder Anzeiger vom 23. Mai 2004

Denkpause läuft ab
Verantwortliche müssen Farbe bekennen

von Jacob Brandt


Bremervörde (jb). Die Zeit des Nachdenkens nähert sich dem Ende. Jetzt müssen sich die Verantwortlichen im Landkreis Rotenburg erklären, ob sie auf die Linie des Weltfriedenspreisträgers Ivar Buterfas, mittlerweile Ehrenmitglied im Dokumentationsstättenverein, einschwenken oder bei ihrer ablehnenden Haltung gegenüber einer Gedenkstätte bleiben wollen. Der Ehrenpräsident des Förderkreises „Rettet die Nikolaikirche" setzt sich seit vier Monaten nachdrücklich für die Ziele des Doku-Vereins ein, der eine Dokumentations- und Gedenkstätte auf dem Lagergelände in Sandbostel errichten will.
„Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass wir mit allen Verantwortlichen an einen Tisch kommen und zu einer friedlichen Lösung finden", schreibt Buterfas. „Das kann ich den Verantwortlichen in Rotenburg nur wünschen, auch im Interesse der Bundesrepublik Deutschland. Zu viel Schaden, der nicht wieder gut zumachen ist, könnte sich aus einer weiterhin sturen Haltung ergeben."
Ivar Buterfas hat immer wieder betont, harmonische und versöhnende, aber auch zielgerichtete Gespräche führen zu wollen. „Der Gedenkstättenverein und auch ich und die gesamte christliche Welt verlangen ein würdiges Andenken an die dort ermordeten Menschen", bat er Gerhard Schröder um Hilfe. „Ich hoffe, dass der Landkreis Rotenburg mit seinem Landrat, der eine nicht zu verstehende Haltung einnimmt, mit uns einen Weg findet", schrieb Buterfas dem Bundeskanzler. Sollte dies nicht der Fall sein, werde er in Kürze eine europäische Pressekonferenz einberufen, was er aber außerordentlich bedauern würde.
Ivar Buterfas lässt keinen Zweifel daran, dass er alle legalen Mittel zur Durchsetzung „einer längst fälligen Lösung" anwenden wird. Die Denkpause, die der Weltfriedenspreisträger den „verantwortlichen Herrschaften" einräumte, läuft in dieser Woche aus.
Neben dem Dalai Lama ist Ivar Buterfas der einzige Träger des Weltfriedenspreises. In Hamburg hat er sich beharrlich für den Erhalt der Nikolai-Kirche eingesetzt und über sieben Millionen Euro gesammelt. Heute erinnert dieses Mahnmal an die 40.000 Menschen, die am 25. Juli 1943 beim Bombenangriffauf Hamburg in der Feuersbrunst ums Leben kamen. Der Holocaust-Überlebende Buterfas engagiert sich zudem in der Friedensarbeit und Jugendaufklärung, wofür er im In-und Ausland zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Ivar Buterfas, das ist ein Mann mit vorzüglichen Kontakten zu bedeutenden Persönlichkeiten in der ganzen Welt. Ein Mann, der, und das hat er immer wieder gezeigt, etwas bewegen kann. Kein Mann leerer Worte, ein Mann der Tat.


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Bremervörder Zeitung vom 12. März 2004

Von Harm Zimmering

Bremervörde. Seinem Ziel, eine Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in Sandbostel zu errichten, sieht sich der Vorstand der „Dokumentations und Gedenkstätte Sandbostel" ein ganzes Stück näher gekommen. Für die „Verantwortlichen in der Region gibt es kein Zurück mehr", sagte jetzt der Vorsitzende Dr. Dietmar Kohlrausch auf der Jahreshauptversammlung des gemeinnützigen Vereins.
Worin allerdings dieser Optimismus begründet ist, wollten weder Dr. Kohlrausch noch sein Stellvertreter und Leiter der Dokumentationsstätte, Dr. Klaus Volland, zu diesem Zeitpunkt detailliert preisgeben. Tatsache aber ist, dass mit Ivar Buterfas inzwischen ein prominenter Überlebender des Holocaust für die Interessen der Dokumentationsstätte Sandbostel mitstreitet.
Buterfas ist weltweit durch seinen engagierten Kampf gegen jegliche Verharmlosung oder Relativierung des Nationalsozialismus bekannt. Buterfas habe inzwischen das Lager in Sandbostel besucht und danach Kontakt mit verschiedenen Spitzenpolitikern- unter ihnen Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulf
- aufgenommen, sagte Dr. Kohlrausch. Buterfas fordere von den Politikern, der Dokumentationsstätte ein Gebäude auf dem Lagergelände zur Verfügung zu stellen.
Mit Buterfas habe man einen einflussreichen Unterstützer gewonnen, sagte Dr. Dietmar Kohlrausch. Er sprach außerdem von einer inzwischen stattgefundenen „Internationalisierung des Themas Sandbostel" durch einen Bericht des niederländischen Fernsehens (die BZ berichtete ausführlich). Das TV-Team hat sich übrigens zu einem weiteren Besuch in Sandbostel angesagt.
Fazit: Ob es tatsächlich gelingt, den 60. Jahrestag der Lagerbefreiung im nächsten Jahr auf „eigenem Gelände" begehen zu können, sei noch nicht vorauszusagen. Es sei aber auch nicht ausgeschlossen, sagte Kohlrausch, der abschließend sagte: „Ich war noch nie so optimistisch wie heute."
Nachdem Dr. Klaus Volland als Leiter der Dokumentationsstätte die Veranstaltungen des vergangenen Jahres noch einmal Revue passieren ließ und von der Zusammenarbeit mit anderen Gedenkstätten berichtet hatte, bestätigte die Versammlung den gesamten Vorstand einstimmig in seinem Amt.


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Gemeinsame Erklärung

Am 3. und 4. Juni 2003 haben auf Einladung der Kirchengemeinde Selsingen in deren Gemeindehaus Gespräche zwischen Vertretern des Vereins Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel und des Kirchenvorstands der Kirchengemeinde Selsingen stattgefunden. Unmittelbarer Anlass der Gespräche war die öffentliche Diskussion über die Aufstellung eines Gedenksteins vor der Lagerkirche in Sandbostel. Am Ende der vierstündigen Beratungen haben beide Seiten die folgende gemeinsame Erklärung vereinbart:

Der Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel und die Kirchengemeinde Selsingen begrüßen sowohl den Gedenkstein als auch dessen Standort.

Nach der Enthüllung des Gedenksteins am 29. April 2003 ist in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden, die Kirchengemeinde lehne den Gedenkstein ab. Das ist objektiv falsch. Vielmehr hatte der Kirchenvorstand bereits in seiner Sitzung am 15. April 2003 einstimmig der Aufstellung des Gedenksteins vor der Lagerkirche zugestimmt.

Beide Seiten bedauern die entstandenen Missverständnisse und eventuellen Verletzungen und vereinbaren, künftig besser miteinander zu kommunizieren.

Der Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel und die Kirchengemeinde Selsingen haben das gemeinsame Ziel, möglichst bis zum 29. April 2005, dem 60. Jahrestag der Befreiung des Lagers Sandbostel, in räumlichem Zusammenhang mit der Lagerkirche eine Dokumentations- und Gedenkstätte zu verwirklichen.

Beide Seiten hoffen, dass es nicht am politischen Willen fehlen wird, das gemeinsame Ziel zu erreichen.


Selsingen, am 4. Juni 2003

Der Vorsitzende des Vereins Dokumentations-
und Gedenkstätte Sandbostel

Der Vorsitzende des Kirchenvorstands
der Kirchengemeinde Selsingen
Dr. Dietmar Kohlrausch Pastor Wolfgang Fromm



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Standpunkt:
Miteinander reden


Würde es sich bei der Diskussion um den Gedenkstein nicht um ein so sensibles Thema handeln, könnte man über die ganze Sache eigentlich nur Lachen. So aber bleibt neutralen Beobachtern, so es sie denn in dieser Angelegenheit überhaupt gibt, nur iritiertes Kopfschütteln übrig.
Da ist zum einen der Dokumentations- und Gedenkstättenverein, der auf dem Gelände der Kirchengemeinde Selsingen einen Gedenkstein aufstellt - wohlgemerkt mit Zustimmung der Kirchengemeinde. Und dann gibt es noch ebendiese Kirchengemeinde, die sich vom Verein in Sachen Gedenkstein überrumpelt und vor vollendete Tatsachen gestellt fühlt.
Die Verantwortlichen des Vereins müssen sich daher den Vorwurf der Kirchengemeinde gefallen lassen, dass sie das Projekt Gedenkstein ungeschickt angegangen sind. Sollte es allerdings so sein, dass sich die Kirchengemeinde an der Inschrift des Steins stört, die auch auf das Leid der in Sandbostel gestorbenen KZ-Häftlinge Bezug nimmt, muss sie sich fragen lassen, wie es um ihre christliche Nächstenliebe und den Willen für Trauer und Gedenken bestellt ist.
Fest steht jedoch, dass das offen bekundete Ziel aller Beteiligten - die Schaffung eines Ortes der Trauer, Mahnung und Versöhnung - nur gemeinsam erreicht werden kann. Und dafür ist es nun einmal wichtig, miteinander zu reden - und nicht übereinander. Denn für handwerkliche Fehler ist dieses Thema wie gesagt zu sensibel.
Corvin Borgardt


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Bremervörder Zeitung vom 2. Mai 2003

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Während der Gedenkveranstaltung kritisierte Dr. Klaus Volland, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel, dass die Gespräche zur Errichtung einer Gedenkstätte Sandbostel auf dem historischen Lagergelände ins Stocken gekommen sind. „Wenn wir uns hier umblicken, sehen wir, dass die Überreste des Lagers mehr und mehr verfallen. Hier muss sofort Entscheidendes zur Rettung getan werden", forderte Dr. Klaus Volland. (cb)


Osterholzer Kreisblatt vom 21. Dezember 2002

Ein Gespräch - zwei Meinungen
Beratungsrunde über Gedenkstätte Sandbostel sorgt im Nachhinein für Irritationen

Sandbostel. Scheitert die Gedenkstätte In Sandbostel am Geld? Das jedenfalls befürchtet der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Heinrich Ehlen. Bei einem Gespräch mit Landtagspräsident Rolf Wernstedt und dem Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats für Gedenkstätten In Niedersachsen, Dr. Herbert Obenaus, sei deutlich geworden, dass Bund und Land die erforderlichen Mittel für das geplante Informattonszentrum wohl nicht bereit stellen werden, so Ehlen.
Der Politiker aus Kalbe betonte, dass der Landkreis Rotenburg nach wie vor bereit ist, 25 Prozent der Kosten für eine Gedenkstätte am ehemaligen Kriegsgefangenenlager zu übernehmen. Wenn allerdings von Bund und Land kein Geld kommt, wäre die Gedenkstätte Sandbostel gestorben. „Dann gibt es nur eine Gedenktafel."
Ehlen erinnert daran, dass es dem Verein für die Gedenkstätte in Sandbostel in langjähriger, mühevoller Kleinarbeit endlich gelungen sei, Widerstände in Kreis und Gemeinde auszuräumen. Nun drohe das Ganze mangels Masse zu scheitern. Ganz hat der Landespolitiker die Hoffnung aber nicht aufgegeben: Mitte Januar kommenden Jahres wird eine Delegation aus Hannover erwartet, die sich in Sandbostel mit den Planungen und dem Konzept für Gedenkstätte beschäftigen will.
Erstaunt zeigte sich der SPD-Landtagsabgeordnete Friedhelm Helberg über die Aussagen Ehlens. Der Nartumer hatte an dem Gespräch mit Wernstedt und Obenaus ebenfalls teilgenommen. Von einem Ausstieg Hannovers oder Berlins sei dabei keine Rede gewesen. Vielmehr habe man sich darauf verständigt, bei einem Lokaltermin im Januar zunächst eine Lageskizze zu erstellen und im Februar dann auf einer Sitzung des Gedenkstättenbeirats über ein Konzept für eine Dokumentationsstätte zu beraten.
Erst dann könne man überhaupt über Zahlen reden, so Helberg. Noch stehe aber nicht einmal definitiv fest, wo genau die Stätte in Sandbostel errichtet werden soll. Der Sozialdemokrat hält es für unverantwortlich, indieser Phase bei einem solch sensiblen Thema öffentlich zu spekulieren.
Überraschung auch bei Dr. Obenaus. Bei dem Gespräch habe man sich sehr konstruktiv über die geplante Gedenkstätte unterhalten, teilte er mit. „Von Geld war aber nicht die Rede, und das konnte es auch gar nicht." Denn dafür müsse zunächst ein Konzept her. Dem Projekt wurden in der Runde aber gute Perspektiven bescheinigt.


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Bremervörder Zeitung vom 17. Dezember 2002

Ehlen: „Nur noch eine Gedenktafel für Sandbostel"
Hannover/Bremervörde (bz).

Die Gedenkstätte Sandbostel scheitert vermutlich am Geld. Zu dieser Einschätzung. kommt der Landtagsabgeordnete Hans-Heinrich Ehlen (CDU) nach einem Gespräch zwischen dem Landtagspräsident Prof. Rolf Wemstedt (SPD), den für niedersächsische Gedenkstätten zuständigen Prof. Obenaus und den Landtagsabgeordneten aus dem Landkreis Rotenburg. Ehlen: „Die bisherigen Zusagen von Bund und Land sind gleich Null."
Trotz dieser fehlenden Perspektive soll Mitte Januar in Sandbostel eine Ortsbesichtigung erfolgen und über ein Nutzungskonzept beraten werden, das im Februar im Gedenkstättenbeirat in Hannover behandelt werden soll. Der Landkreis, so Ehlen, werde sich mit 25 Prozent an den Kosten beteiligen. Der Unionsabgeordnete: „Wenn von Bund und Land kein Geld kommt, ist die Gedenkstätte Sandbostel gestorben. Dann gibt es nur eine Gedenktafel."

 

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Bremervörder Zeitung vom 25.Oktober 2002
Nein aus Sandbostel lässt den Landrat kalt
Ehemaliges Lagergelände bleibt als Standort aktuell

Rotenburg/Sandbostet (rkl). In der vom Landkreis eingesetzten Arbeitsgruppe war man sich einig: Standort der geplanten Gedenk- und Informationsstätte sollte das ehemalige Lagergelände in Sandbostel werden. Doch der Gemeinderat schießt quer, rückt von Zusagen seiner Vertreter ab. Dennoch bleibt Landrat Dr. Hans-Harald Fitschen optimistisch. Auf einer Ortsbesichtigung sollen die Bedenken der Ratsmitglieder zerstreut werden.

Eigentlich schien vor Wochen alles klar. Einheitlich hatte sich die Arbeitsgruppe, die vom Landrat geleitet wird und in der unter anderem Vertreter der Kommunen und des Vereins Dokumentations- und Gedenkstätte e.V. um eine Lösung rangen, auf eine Lösung verständigt. In einem neu zu errichtenden Gebäude im Gewerbegebiet sollte an die schrecklichen Geschehnisse im Stalag-Lager Sandbostel gedacht und erinnert werden.
Das notwendige Grundstück, sagten die Sandbosteler Vertreter im Arbeitskreis zu, werde die Gemeinde zur Verfügung stellen. Nicht nur Landrat Dr. Fitschen war nach diesem Versprechen „heilfroh über den gemeinsamen Nenner".
Doch die Freude währte nur kurz. Denn der Sandbosteler Gemeinderat ließ seine beiden Vertreter im Regen stehen und machte ihre Zusage im Handstrich ungültig. Bürgermeister Heinz-Peter Hanschen nach der Sitzung: „Der Rat hat sich klar und mit vielen Gründen gegen den Standort im heutigen Gewerbe-gebiet ausgesprochen." Wenn überhaupt, komme als Platz für eine Dokumentations- und Gedenkstätte nur der Friedhof, auf dem Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge ruhen, in Frage. Der Überlassung eines Grundstückes auf dem ehemaligen Lagergelände habe der Rat nie zugestimmt, so Hanschen.
Nicht nur der Landrat zeigte sich von dieser Vorgehensweise überrascht. „Es werden Bedigungen genannt, die wir nicht diskutiert haben", sagte Dr. Fitschen am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung. Der stell-vertretende Bürgermeister Clement Poppe habe bei den Gesprächen der Arbeitsgruppe zugesagt, dass die Gemeinde die Parkplatzfläche bei der Kirche zur Verfügung stellen werde.
Der Landrat kann sich vorstellen, dass in Sandbostel falsche Vorstellungen über das Ausmaß der geplanten Dokumentationsund Gedenkstätte existieren. „Vor Ort wird vermutlich von einer ganz anderen Größenordnung ausgegangen," sagt Dr. Fitschen. „Ein Riesending können wir uns jedoch gar nicht leisten."
Auf der nächsten Zusammenkunft, die in Sandbostel stattfindet, will die Arbeitsgemeinschaft zu einem genauen Ergebnis kommen. Die „Gedenkstätte mit Informationscharakter" (Dr. Fitschen) soll möglichst schnell realisiert werden. „Wir müssen zeichnen und rechnen und dann darüber in den politischen Gremien sprechen," stellt sich der Landrat den weiteren Verlauf vor.
25 Prozent werde der Landkreis zu den Kosten der Einrichtung beisteuern. Den Rest sollen Bund und Land aufbringen. An den Personalkosten, soweit erforderlich, werde sich der Landkreis jedoch nicht beteiligen, bleibt Dr. Fitschen bei seiner bisherigen Linie.


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Bremervörder Zeitung vom 21. September 2002

Sandbosteler Rat gegen Doku-Stätte im Lager
Grundstückszusage zurückgezogen - Friedhof einzig möglicher Standort

Sandbostel (rkl). Eine Gedenk-und Dokumentationsstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in Sandbostel scheint in weite Ferne gerückt. Der Sandbosteler Gemeinderat hat sich am Montag eindeutig dagegen ausgesprochen. Der Dokumentations und Gedenkstättenverein sieht damit alle Vorarbeiten und Planungen über den Haufen geworfen.

Wie berichtet, hatte sich die Gesprächsrunde beim Landrat Ende August auf die Errichtung einer Dokumentations- und Gedenkstätte auf dem Lagergelände geeinigt. Die Vertreter der Sandbosteler Gemeinde sagten zu, ein Grundstück zur Verfügung stellen zu wollen. Darauf wurde vom Verein bereits ein erster Entwurf für ein Gebäude aufgestellt. Doch seit Montag gibt es eine neue Situation. Im nichtöffentlichen Teil sprach sich der Sandbosteler Gemeinderat gegen eine Dokumentationsstätte auf dem ehemaligen Lagergelände aus. Damit sei der Rat, so Bürgermeister Heinz-Peter Hanschen auf Anfrage unserer Zeitung, dem Votum einer Bürgerversammlung gefolgt, die bereits Anfang August stattfand. Diese habe sich „klar und mit vielen Gründen" (Hanschen) gegen eine solche Lösung ausgesprochen. Unter anderem werde befürchtet, dass der tägliche Publikumsverkehr Auswirkungen auf die Firmen im heutigen Gewerbegebiet habe. „Wenn eine Gedenkstätte bei entsprechender finanzieller Beteiligung von Bund und Land errichtet wird, dann nur in schlichter und einfacher Form auf dem Gelände der Kriegsgräberstätte," sagt der Sandbosteler Bürgermeister. Zugleich sollte auf dem ehemaligen Lagergelände eine Informationsmöglichkeit, gedacht ist an eine Tafel, geschaffen werden. Für ein Gedenken würde sich die Lagerkirche anbieten, verweist Hanschen auf den Beschluss des Rates. Nicht äußern wollte sich der Bürgermeister zu der Frage, wie es dazu kommen konnte, dass der Sandbosteler Gemeindevertreter beim Landrats-Gespräch die Überlassung eines gemeindeeigenen Grundstückes zusagte. Es gebe darüber keinen Ratsbeschluss, stellte Hanschen fest. Es sei nie Thema einer Ratssitzung gewesen, für eine Dokumentationsstätte ein Grundstück zur Verfügung zu stellen.

Lesen Sie dazu bitte auch unsere Stellungnahme

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Bremervörder Zeitung vom 14.9.2002
CDU-Beschluss sorgt für Irritationen
Bei Landrat-Gespräch soll Dokumentationsstätte auf Sandbosteler Lagergelände vereinbart worden sein


Von Rainer Klöfkorn
Die Mitteilung der CDU-Kreistagsfraktion, sie befürworte eine „schlichte Gedenkstätte" auf dem Lagerfriedhof in Sandbostel, hat mancherorts für Erstaunen gesorgt. Grund: Das letzte Gespräch mit dem Landrat zu diesem Thema soll zu einem anderen Ergebnis geführt haben - so heißt es zumindest bei Teilnehmern. Danach wurde bereits ein Grundstück auf dem ehemaligen Lagergelände als Standort für eine Dokumentationsstätte ausgesucht.
Seit Wochen wird - hinter verschlossenen Türen - über eine Dokumentations- und Gedenkstätte in Sandbostel verhandelt. Sie soll die Erinnerung an die vielen Toten und die unvorstellbaren Gräueltaten wachhalten, die während der NS-Zeit in dem Kriegsgefangenenlager und späteren Auffanglager für KZ-Häftlinge geschehen sind.
Initiert hatte die Debatte die SPD-Kreistagsfraktion. Unter Leitung von Landrat Dr. Fitschen bemühten sich in jüngster Vergangenheit Vertreter von Samtgemeinde, Gemeinde, der Kirche und des Vereins Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel um einen Konsens. Über die Beiträge und bisherigen Ergebnisse wurde Stillschweigen vereinbart. Das Thema schien vielen Teilnehmern selbst 57 Jahre nach Kriegsende zu sensibel, um öffentlich beraten zu werden.
Wie aus dem Teilnehmerkreis verlautet, schien nach der letzten Sitzung eine einvernehmliche Lösung gefunden. Diese sei jedoch keineswegs identisch mit der Entscheidung, die jetzt die CDU-Kreistagsfraktion auf einer Tagung traf und öffentlich bekannt gab.
Nach Aussage der CDU, die das Thema auf einer Tagung in Güstrow beraten hat, ist die Partei für eine „schlichte Gedenkstätte" auf dem Lagerfriedhof.
Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Bund und Land 75 Prozent der Kosten übernehmen und der Landkreis nur noch 25 Prozent beisteuern muss. Gebe es diesbezüglich negative Entscheidungen aus Berlin und Hannover, werde der Landkreis auf dem Lagergelände lediglich eine Informationstafel aufstellen.
Dieser Sachstand sei nicht mehr aktuell, meinte dazu gestern auf Anfrage unserer Zeitung der stellvertretende Landrat Reinhard Brünjes. Der Beschluss von Güstrow sei vor der letzten Zusammenkunft der Arbeitsgruppe erfolgt. In genau diesem Gespräch jedoch sei ein anderer Beschluss gefasst worden, berichten Teilnehmer gegenüber unserer Zeitung. Allen sei dabei klar gewesen, dass der Friedhof kein geeigneter Standort für eine Dokumentations- und Gedenkstätte sein könne. Deshalb sei entschieden worden, auf dem ehemaligen Lagergelände ein zweistöckiges Dokumentationsgebäude zu bauen. Dieses sollte aus Ausstellungs-, Sammlungs- und Schulungsräumen bestehen, für Führungen und Informationensveranstaltungen geeignet sein und auf einer zehn mal 15 Meter großen Parkfläche in Nähe der Lagerkirche entstehen.
Mit dieser Lösung hätten sich die Vertreter der Gemeinde Sandbostel und die Eigentümer der jetzigen Gewerbeflächen einverstanden erklärt, heißt es seitens der Gesprächsteilnehmer. Die Gemeinde hätte Bereitschaft signalisiert, dass ihr gehörende Grundstück kostenlos zur Verfügung zu stellen. Das zuvor vom Landrat ins Gespräch gebrachte Grundstück der Kreisstraßenmeisterei sei auf Widerstand eines benachbarten Betriebes gestoßen.
Ganz einfach scheint sich die Angelegenheit also nicht zu entwickeln. Während sich der Verein
Dokumentations- und Gedenkstätte mit der Lösung sehr zufrieden zeigt, verbreiten Politiker Skepsis. Es sei kaum zu erwarten, dass Bund und Land drei Viertel der Kosten übernehmen und sich an eventuellen Personalkosten beteiligen würden. Mehr als eine reine Gedenkstätte, so sagen Politiker, sei nicht zu erwarten. Möglich sei ein Nebenraum in der Lagerkirche, dort könnte auch ein Gedenkbuch ausgelegt werden.
Mit dieser Entwicklung wird sich der Verein, der sich seit Jahren um die Aufarbeitung der Sandbosteler Lagergeschichte bemüht, kaum zufrieden geben. Scheitert eine Dokumentationsstätte auf dem ehemaligen Lagergelände an den Finanzen, dürften nämlich auch jene Menschen zufrieden gestellt sein, die aus ideologischen Gründen seit jeher gegen eine Aufarbeitung der Geschichte an Ort und Stelle sind.

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Bremervörder Zeitung vom 13.9.2002

CDU: Ohne Geld nur eine Gedenktafel im Lager
Bei Güstrower Beratungen stand Thema Sandbostel auf der Tagesordnung

Güstrow/Bremervörde (bz). Die Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion führten kürzlich eine arbeitsreiche Klausurtagung im Partnerkreis Güstrow durch. Dabei stand auch die Beratung über eine Gedenk- und Dokumentationsstätte für das ehemalige Stalag-Lager in Sandbostel auf der Tagesordnung.
Dabei wurde einmütig beschlossen, heißt es in einer Pressemitteilung, dass sich der Landkreis an den Investitionskosten für eine „schlichte" Gedenkstätte auf dem Friedhof in Sandbostel mit bis zu 25 Prozent der Kosten beteiligen wird.
Sollten der Bund und das Land Niedersachsen nicht bereit sein, 75 Prozent der Kosten zu übernehmen, wird der Landkreis, fordert die CDU, eine Informationstafel auf dem Lagergelände erstellen lassen... .


   
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Bremervörder Zeitung vom 21.8.2002
Neubau den Vorzug vor Umbau gegeben
SPD für ,,Lernort" auf ehemaligem Lagergelände
Sandbostel (bz). Zu einer Fraktionssitzung trafen sich die SPD-Kreistagsabgeordneten vergangene Woche in der Gaststätte ,,Zum Grünen Jäger" in Sandbostel. Vor Beginn der Beratungen wurde zunächst unmittelbar vor Ort erkundet, welche Standorte sich für die von der SPD beantragte Dokumentations- und Gedenkstätte eignen.
Gemeinsam mit Dr. Dietmar Kohlrausch und Dr. Klaus Volland als Vertreter des Vereins Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel nahmen sie das Gebiet der kreiseigenen Straßenmeisterei in Augenschein sowie das Gelände im Umfeld der Lagerkirche und noch im Original vorhandener Holzbaracken. Mehrere Gesprächsteilnehmer bevorzugten einen Neubau anstelle eines möglichen Umbaus vorhandener Bausubstanz, zumal unübersichtliche Eigentumsverhältnisse eine zügige Verwirklichung erschweren konnten. Einigkeit bestand im Ziel, nicht bloß einen Raum zum stillen Gedenken, sondern einen Lernort zu schaffen, der es ermöglicht, zu sehen, zu lesen und miteinander zu sprechen.

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Bremervörder Zeitung vom 26. Juni 2002
Vier Alternativen für Gedenkstätte
Sandbostel/Rotenburg (rkl).

Am vergangenen Montag haben Vertreter von Landkreis, Samtgemeinde Selsingen, Gemeinde Sandbostel und des Vereins Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel über die geplante Gedenkstätte beraten. Dabei wurden vier mögliche Alternativen vorgestellt.
Über den Inhalt der Beratungen haben die Tagungsteilnehmer Stillschweigen vereinbart. Als Begründung sagte gestern Landrat Dr. Hans-Harald Fitschen auf Anfrage unserer Zeitung: "Es soll im Vorfeld nichts kaputt geredet werden. Darin sind sich alle Beteiligten einig."
In den kommenden vier Wochen soll über die vier Alternativen ausgiebig gesprochen und verhandelt werden. In einer Sitzung am 28. August werde, so Dr. Fitschen, eine Vorentscheidung fallen.
Er sei zuversichtlich, sagte der Landrat, dass eine einvernehmliche Lösung gefunden werde: "So weit liegen wir nicht auseinander.


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Bremervörder Zeitung vom24.5.2002
Bürgermeister Hanschen befürchtet Konflikte
Kreisausschuss für Gedenkstätte in Sandbostel
Sandbostel/Rotenburg (bz/epd). Der Kreisausschuss hat sich für eine offizielle Gedenkstätte ausgesprochen, die künftig an das Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager Stalag X B in Sandbostel erinnern soll. Die Politiker sind damit einem Vorschlag von Landrat Dr. Hans-Harald Fitschen gefolgt.
Unklar ist noch, wo die Gedenkstätte errichtet und wie sie finanziert werden soll. Sie müsse am historischen Ort des ehemaligen Lagers entstehen, sagte am Mittwoch Dr. Klaus Volland vom Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel. Dort gebe es so viele Lagerüberreste wie nirgends sonst in Deutschland.

Anderer Auffassung ist der Bürgermeister der Gemeinde, Heinz-Peter Hanschen. Er sprach sich für einen Bau beim Kriegsgräberfriedhof am östlichen Ortsrand aus, weil die meisten Baracken als Lagerraum an Firmen vermietet seien. Wenn dort eine Gedenkstätte entstünde, könnte es "vorsichtig ausgedrückt zu Konflikten kommen".
Im Lager Sandbostel waren zwischen den Jahren 1939 und 1945 etwa eine Million Kriegsgefangene, Internierte und KZ-Häftlinge aus 46 Nationen inhaftiert. Etwa 50.000 Menschen, vor allem sowjetische Kriegsgefangene, überlebten die Gefangenschaft nicht. Sie starben an Hunger, Seuchen oder wurden ermordet.

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Standort für Gedenkstätte bleibt Diskussionsthema
Gespräch in Hannover über Umgang mit der Sandbosteler Lagergeschichte


Hannover/Sandbostel (rkl). In Hannover haben vor kurzem Gespräche über die Errichtung einer "schlichten Gedenkstätte", so die Formulierung von Landrat Dr. Hans-Harald Fitschen, in dem ehemaligen Lager Sandbostel stattgefunden. Keine Einigung wurde dabei über den möglichen Standort erzielt. Vor allem die Vertreter der Gemeinde sprachen sich für das Friedhofsgelände und gegen das heutige Gewerbegebiet aus.

Initiiert wurde das Gespräch von dem CDU-Landtagsabgeordneten Hans-Heinrich Ehlen. Er hatte Kontakt mit Landtagspräsident Prof. Rolf Wernstedt aufgenommen, der in den fünfziger Jahren als junger Vertriebener aus den Ostgebieten das Lager selbst kennen gelernt hatte. Nach der NS-Zeit diente Sandbostel unter anderem als Auffang- und Durchgangslager für Jugendliche.
Teilnehmer des Gesprächs in Hannover waren neben Wernstedt und Prof. Thomas Obenaus vom Historischen Seminar der Universität Hannover die drei Landtagsabgeordneten "Heiner" Ehlen (CDU), Bodo Räke und Friedhelm Helberg (beide SPD) sowie Vertreter der Samtgemeinde Selsingen und der Gemeinde Sandbostel.
Landrat Dr. Fitschen erinnerte daran, dass die SPD-Kreistagsfraktion die Einrichtung einer Gedenkstätte bis zum Jahr 2005 beantragt habe. Über diesen Antrag muss der Kreistag noch entscheiden. Fitschens Vorstellungen beinhalten die Einrichtung einer "schlichten Gedenkstätte", in der Besucher ein pietätvolles Andenken an das Lager vorfinden.
Die Frage der Gestaltung sei eng verknüpft mit dem Standort. Anbieten würden sich das ehemalige Lagergelände, heute Gewerbegebiet, und der von der Gemeinde betreute Friedhof. Laut Fitschen dürften keine personellen Folgekosten entstehen, da diese weder von der Samtgemeinde noch der Gemeinde zu leisten seien.
Ansonsten bestehe auch die Gefahr, sagte der Landrat in Hannover, dass erneut und kontraproduktiv über moralische Schuldzuweisungen diskutiert würde. Vorstellbar sei, dass der Landkreis sich mit einem Viertel an den Kosten einer Gedenkstätte beteilige, wenn der Staat die weiteren 75 Prozent übernehme.
Prof. Obenaus hielt es in dem Gespräch für möglich, dass der Bund sich an der Gedenkstätte mit 50 Prozent der Kosten beteiligt. 25 Prozent könnte das Land aus Haushaltsmitteln aufbringen, da grundsätzlich eine Förderung für derartige Vorhaben möglich, sei.
Während Prof. Obenaus als Standort das ehemalige Lager favorisierte, kamen Einwendungen von Seiten der Gemeindevertreter. Dieser Standort würde in Sandbostel sehr kontrovers diskutiert, hieß es. Er würde im Vergleich zum Friedhof zudem eher personelle Folgekosten auslösen.
Um das weitere Vorgehen zu klären, soll nunmehr ein erneutes Gespräch aller Beteiligten vor Ort stattfinden. Daran soll auch der Verein Dokumentations- und Gedenkstätte e.V. Sandbostel teilnehmen, der die Lagergeschichte aufarbeitet.
Abzuwarten ist jedoch ein Beschluss des Kreisausschusses, der am 21. Mai tagt.

 
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SPD engagiert sich für Dokumentationsstätte
Sandbostel: Bis 2005 soll Informationsmöglichkeit angeboten werden


Rotenburg/Sandbostel (rkl/bz). Die SPD-Kreistagsfraktion fordert, dass der Landkreis Rotenburg bis zum Jahr 2005 eine Dokumentations- und Begegnungsstätte auf dem ehemaligen Lagergelände in Sandbostel errichtet. Darin soll unter anderem eine Dauerausstellung und eine Bibliothek eingerichtet werden.
Wer sich über die Geschichte des Lagers Stalag X B informieren möchte, wird derzeit nur in Bremervörde fündig. Der Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel hat im Haus Großer Platz 4 Räumlichkeiten angemietet und informiert dort über das Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglager.
Immer wiederkehrende Versuche, auf dem ehemaligen Lagergelände eine Informationsmöglichkeit einzurichten sind bislang gescheitert. Jetzt startet die SPD-Kreistagsfraktion einen neuen Versuch, ist dabei jedoch auf die Zustimmung der CDU-Mehrheitsfraktion im Kreisparlament angewiesen.

Bis zum 29. April 2005, dem 60. Jahrestag der Befreiung des Lagers Sandbostel durch britische Truppen, möchten die Sozialdemokraten eine Dokumentations- und Begegnungsstätte eingerichtet wissen.
In dem Antrag an den Kreistag heißt es: "Wir alle sind uns der Existenz des Lagers und der Ereignisse vor mehr als eine Jahrhundert bewusst. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, daran zu erinnern und darüber zu informieren. Wir verweisen nicht auf die Zuständigkeit anderer, sondern sehen uns selbst in der Verantwortung als Abgeordnete des Kreistages im Landkreis Rotenburg "

Das Konzept der Antragsteller sieht vor, dass die Kreisverwaltung für ein geeignetes Grundstück auf dem unter Denkmalschutz stehenden Gelände sorgt. Weiterhin wird auf Grundsätze verwiesen, die eine interfraktionelle Arbeitsgruppe des Kreistags, der auch Vertreter der Samtgemeinde Selsingen und der Gemeinde Sandbostel angehörten, bereits vor zehn Jahren einstimmig befürwortet hat.
Finanziert werden soll die Begegnungsstätte durch das Land Niedersachsen - dort besteht ein Haushaltstitel "Regionale Gedenkstättenarbeit" - und den Landkreis.
Das Nutzungskonzept sollte mit der Gemeinde Sandbostel, der Samtgemeinde Selsingen sowie dem Verein "Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel" abgestimmt werden, heißt es in dem SPD-Antrag

   
   

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